Biotoppflege

Stierstädter Heide

Schon seit dem Mittelalter besteht die Fläche der Stierstädter Heide als solche. Entstanden ist sie durch Abholzung des Waldes durch die mittelalterliche Bevölkerung und die Nutzung der abgetragenen Humusschicht als Dünger auf den Feldern. Die Fläche hat eine Größe von etwa 20.000m² und wird seit über 50 Jahren von den Mitgliedern der SDW gepflegt. Mit ihren kargen, unbewaldeten Böden handelt es sich dabei um einen für den Vordertaunus einmaligen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Um der natürlichen Verbuschung entgegen zu wirken, werden die Triebe sogenannter Pioniergehölze, hauptsächlich Kiefern und Birken, von den Mitgliedern von SDW und Waldjugend händisch und mit Hacken entfernt. Seit 1986 werden die Flächen regelmäßig von Humus befreit. Ohne dieses sogenannte „Abplaggen“ sind alle Entbuschungsmaßnahmen auf lange Sicht sinnlos.

Von links: abgeplaggte Heidefläche, Heidekraut säht sich auf abgeplaggten Flächen selbst aus, Birkenjungwuchs zwischen Heidekraut, Kiefernjungwuchs zwischen Heidekraut (Fotos: Th. Knepel)

Seit 1994 finden jährlich vor, beziehungsweise nach der Blüte, mindestens vier ganztägige Arbeitseinsätze statt, bei denen neben der händischen Entfernung von Ginster, sowie Birken- und Kiefernjungwuchs auch regelmäßig mithilfe von Maschinen Teile der Fläche abgeplaggt werden. Dabei werden die Mitglieder von SDW und Waldjugend immer wieder von freiwilligen Helfern aus Oberursel unterstützt.

links: 1994 besteht die Heidefläche nur noch aus verbuschtem Grasland rechts: 2019 ist auf der Heidefläche bei der letzten Aktion des Jahres kaum noch Birken- und Kiefernjungwuchs zu erkennen (Fotos: Th. Knepel, A. Haas)

Der Schutz der Heidefläche sichert nicht nur den Erhalt des Erholungs- und Freizeitgebietes, sondern auch den Bestand eines Biotops. Die Stierstädter Heide bietet nicht nur Lebensraum für Arten wie die Zauneidechse (Lacerta agilis) und das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima), sondern auch für seltenere Arten, wie die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens).

Von links: Heidekraut, Zauneidechse, Günes Heupferd im Heidekraut, Blauflügelige Ödlandschrecke mit angelegten Flügeldeckeln, die blaue Färbung ist so nicht sichtbar (Fotos: A. Haas)