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Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel

Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel führen zusammen mit der Waldjugend Oberursel seit vielen Jahren Naturschutzprojekte durch. Die wichtigsten Ziele unserer Gruppe sind der Schutz von Höhlen bewohnenden Tieren (Fledermäuse, Vögel, Bilche) und ihrer Lebensräume.

Aktuelles

Letzte Aktualisierung: 16. Mai 2017


Eidechsen

Am 11. Mai 2017 berichtete die Süddeutsche Zeitung unter dem Titel "Umzugskosten einer Eidechse: 8599 Euro" über die Umsiedlung von Zauneidechsen und Mauereidechsen bei einem Neubauprojekt der Deutschen Bahn in Baden-Württemberg.

Zauneidechse
Eine Zauneidechse (Lacerta agilis), Männchen (Bild:
Friedrich Böhringer qu146)

Der Hintergrund sieht so aus: Beide Eidechsenarten sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

In der Nähe von Wendlingen werden 250 Zauneidechsen an der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm umgesiedelt.

In Stuttgart-Untertürkheim werden 6000 Mauereidechsen eingefangen und in einem 10 km entfernten Gebiet wieder freigelassen. Dort sollen die Eidechsen eine Umgebung finden, die sie brauchen: es gibt dort Steine, auf denen sie sich sonnen können, Sand in dem sie ihre Eier legen können, und Gestrüpp, wo sie sich verstecken können.

Mauereidechse
Mauereidechse (Podarcis muralis) (Bild: Manfred Heyde
qu147)

Es ist erfreulich, dass der Schutz von bedrohten Arten heute so ernst genommen wird. Vor 50 Jahren hätte man auf die Eidechsen keine Rücksicht genommen.

Nicht verständlich ist aber die Art, wie die Deutsche Bahn (nach den Angaben in der Süddeutschen Zeitung) ihren Umgang mit dem Naturschutz darstellt.

Es wird behauptet, die Umsiedlung der Eidechsen würde 15 Millionen Euro kosten. Das kann man glauben oder auch nicht. Wahrscheinlich sind da ein paar Nullen zu viel. Es wäre interessant, einmal die Rechnung zu sehen, die angeblich zu dieser Summe geführt hat. (15. Mai 2017)

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Wildkatzen im Main-Taunus-Kreis

Am 11. April 2017 berichtete die Frankfurter Rundschau unter dem Titel "Wildkatzen im Hofheimer Wald" über Beobachtungen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Hofheim und der dortigen Waldjugend-Gruppe.

Biber
Eine Wildkatze (Felis silvestris) in einem Freigehege (Bild:
Michael Gäbler qu145)

Holzpflöcke wurden mit Baldrian getränkt und an verschiedenen Stellen im Wald aufgestellt.

Die Wilkatzen werden von dem Baldrian-Duft stark angezogen. So konnten Video-Aufnahmen gemacht werden.

Auf den Aufnahmen sieht man, wie sich die Katze, dicht an den Boden gepresst, an den Holzpflock anschleicht.

Dann reibt sie den Kopf an dem Pflock. Dabei lässt sie ein paar Haare zurück. Die Baldrian-Fallen wurden von der Waldjugend kontrolliert. Die Haare wurden gesammelt und zur Untersuchung an das Forschungsinstitut Senckenberg geschickt.

Die genetischen Untersuchungen in diesem Institut haben gezeigt, dass im Jahr 2015 mindestens acht verschiedenen Wildkatzen unterwegs waren. Im Jahr 2016 wurde die Untersuchung wiederholt. Diesmal konnte man die Haare fünf verschiedenen Wildkatzen zuordnen, darunter ein Männchen und ein Weibchen, die schon aus dem Jahr davor bekannt waren.

Biber
Wildkatzen (Felis silvestris) könen gut klettern (Bild:
Ekkehard Beyer qu031)

Im Hofheimer Stadtwald gibt es mindestens zwei Wildkatzen-Reviere, und es ist damit zu rechnen, dass weitere Reviere hinzukommen, wenn die Jungtiere eines Jahres ihre Mutter verlassen.

Wildkatzen leben einzeln. Sie treffen sich nur im Februar oder März zur Paarung. Die Schwangerschaft dauert 9 bis 10 Wochen.

Die zwei bis vier Jungtiere sind hilflos und blind. Ihre Augen öffnen sich erst nach zehn Tagen. Nach drei Monaten sind die Jungen selbständig und werden von der Mutter vertrieben. Im Alter von drei Jahren sind die Wildkatzen ausgewachsen. In der freien Natur werden Wildkatzen 12 bis 15 Jahre alt.

Natürliche Feinde haben die Wildkatzen wenige: Luchse, Wölfe, Uhus und Adler, alles Tiere, die - wie die Wilkatzen selbst - bei uns recht selten sind. Die größte Bedrohung sind Autos auf Straßen, die durch Wälder führen. (11. April 2017)

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Die Biber kommen näher

Am 25. Februar 2017 berichtete das kostenlose Anzeigen-Blatt Rhein-Main Extra Tipp unter dem Titel "Biber zurück im Main-Taunus-Kreis" über Biber am Main. Schon im Jahr 2016 wurden am Mainufer bei Flörsheim und Eddersheim Fraßspuren von Bibern entdeckt.

Biber
Biber (Castor fiber), ein präpariertes Exemplar (Bild:
Ekkehard Beyer qu031)

Auf der Eddersheimer Schleuseninsel haben Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde eine Fotofalle aufgebaut. Ein erwachsener Biber und ein Jungtier wurden auf diese Weise gefilmt.

Dumm sind die Biber nicht. Sie haben sich an einem optimal geeigneten Ort niedergelassen. Die Eddersheimer Schleuseninsel ist als Vogelschutzgebiet für die Menschen gesperrt.

Es ist schwierig, Biber zu fotografieren. Sie sind vorwiegend nachts aktiv. Meistens sieht man von dem schwimmenden Biber nur den Kopf. Wenn man Biber fotografieren will, die an einem Baum nagen, müsste man eine Fotofalle installieren. Aber wo? Man weiß ja nicht, welchen Baum sich der Biber aussuchen wird.

Bei dem präparierten Exemplar - fotografiert in einem Naturmuseum - sieht man gut den langen flachen Schwanz, der von einer lederartigen Haut bedeckt ist. Man sieht auch die Schimmhäute zwischen den Zehen der hinteren Pfoten. Die Zähne sieht man leider nicht. Man neigt dazu, die Vorderbeine nicht als Beine, sondern eher als Arme zu sehen, die nicht in Pfoten, sondern in Händen enden.

Biber
Biber (Castor fiber) (Bild: Per Harald Olsen qu137)

Biber waren lange Zeit in Hessen ausgestorben. In den Jahren 1987 und 1988 wurden im Spessart (Main-Kinzig-Kreis) an den Gewässersystemen Sinn und Jossa 18 Biber ausgewildert.

Diese Biber holte man aus der damaligen DDR. Besonders engagiert hat sich dabei die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).

Nachkommen der Spessart-Biber sind schon seit einigen Jahren bei Ilbenstadt in der Wetterau entdeckt worden. Es gibt dort einen Biberbau an der renaturierten Nidda. In der gesamten Wetterau sind neun Biberreviere nachgewiesen. Im Bad Nauheimer Kurpark wurden Fraßspuren entdeckt.

Auch bei Offenbach am Main wurden Fraßspuren von Bibern gefunden (Bericht vom 4. Januar 2017). Am Freitag (17. März 2017) berichtet Hans Schwarting in einem Vortrag bei der Vogelkundlichen Beobachtungstation Untermain in Frankfurt-Bergen über "Die Rückkehr des Bibers im Kreis Offenbach". Was machen wir, wenn Biber in Oberursel den Urselbach aufstauen?

In diesem Zusammenhang ist vielleicht der Bericht "Biber brauchen Bäume" aus dem Jahr 2016 interessant (Archiv 2016). Es ging dort um die Ausbreitung von Bibern am Bodensee bei Konstanz, Nachkommen von Bibern, die Jahrzehnte davor in der Schweiz ausgewildert wurden. (11. März 2017)

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Einladung zur Heideaktion

Bei der Heideaktion am Samstag 11. März 2017 geht wieder darum, Teilflächen von jungen Kiefern und jungen Birken befreien.

junge Kiefern zwischen Heidekraut blühende Heide
Links: die immergrünen jungen Kiefern heben sich im Winter gut ab vom Heidekraut (Bild: Ekkehard Beyer qu031), Rechts: blühende Heide im Hochsommer (Bild: Thomas Knepel qu033)

Helfen Sie mit, das größte noch existierende Heidegebiet südlich des Taunuskamms zu erhalten. Zwischen 9:30 und 16:00 Uhr sind wir da. Man muss nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Eine Stunde leichte körperliche Arbeit an der frischen Luft ist gut für die Gesundheit und gut für die Heide, ihre Käfer, ihre Schmetterlinge und ihre Fledermäuse.

Heidepflege ist Handarbeit. Unsere kleine Gruppe von Aktiven braucht dabei dringend Unterstützung. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei dieser Heideaktion mitmachen. Hintergründe und Einzelheiten findet man auf dem Blatt Eine Stunde für die Stierstädter Heide.  (981 kbyte) (4. März 2017)

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Stunde der Wintervögel

Mancher, der seit Jahren im Winter Vögel füttert, hat festgestellt, dass in diesem Winter (2016/2017) weniger Singvögel an die Futterstelle kommen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bringt das in einen Zusammenhang mit dem nassen Frühling 2016.

Kernbeisser und Amsel Weidenmeise an Futtersäule
Links: Kernbeißer und Amsel in der Nähe einer Futterstelle. - Rechts: eine Weidenmeise an einer Futtersäule, rechts unten wartet eine Blaumeise (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

In der Zeit, als die Singvögel ihre Jungen aufziehen wollten, gab es zu wenig Insekten. Schlimm war das für Meisen. Erwachsene Blaumeisen und Kohlmeisen können sich von Körnern ernähren - das sehen wir in jedem Winter - aber ihre Jungen füttern sie mit Insekten.

Ein anderer, schon lange bekannter Grund für den Nahrungsmangel ist die intensive Landwirtschaft, die zu wenig Lebensraum lässt für Wildkräuter und Insekten.

Es ist wichtig, den vermuteten Rückgang der Singvögel, die bei uns überwintern, in Zahlen zu dokumentieren. Auf diesem Hintergrund bittet der NABU wie in den vergangenen Jahren, dass wir in einer Stunde der Wintervögel in der Zeit vom 6. bis zum 8. Januar Vögel zählen und die Ergebnisse melden. (2. Januar 2017)

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Mückenfledermäuse in Südhessen

Am 23. November 2016 berichtete die Frankfurter Rundschau über Wochenstuben von Mückenfledermäusen ("300 Weibchen unter einem Dach") in Südhessen. In Egelsbach (Kreis Offenbach) erhielt das Haus der Familie Stroh vom NABU die Auszeichnung "Fledermausfreundliches Haus".

Mückenfledermaus
Mückenfledermaus (Bild: Evgeniy Yakhontov qu014)

Die Zahl 300 bezieht sich nur auf die Fledermausmütter. Beobachter haben an einem Sommerabend gezählt, wieviele Fledermäuse aus dem Dachbereich des Hauses wegfliegen.

Bei 300 haben sie aufgehört zu zählen. Die Jungtiere, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht fliegen konnten, sind nicht mitgezählt worden.

Diese Fledermauskolonie ist eine so genannte Wochenstube, in ihr leben nur Weibchen mit ihren Jungen. Die Männchen leben einzeln im Wald.

Man hat die Mückenfledermäuse lange Zeit mit den ähnlichen Zwergfledermäusen verwechselt. Wiliam Elford Leach hat zwar schon im Jahr 1825 Mückenfledermäuse aus Exeter in Südengland wissenschaftlich beschrieben, aber seine Kollegen unter den Zoologen hielten diese Tiere für Varianten der weit verbreiteten Zwergfledermäuse.

Am Ende des 20. Jahrhunderts ergaben Untersuchungen mit Fledermaus-Detektoren aber, dass es offensichtlich zwei Sorten von Zwergfledermäusen gibt, die einen senden Schreie aus, die mit Frequenzen um 37 kHz enden, bei den anderen enden die Schreie mit circa 55 kHz.

Diese zweite Sorte sind die Mückenfledermäuse (Pipistrellus pygmaeus). Weil sie mit höheren Tönen auf die Jagd gehen, heißen sie im englischsprachigen Bereich "Soprano Pipistrelle".

Äußerlich unterscheiden sich diese beiden Arten kaum. Die Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus) haben ein dunkleres Gesicht. Bei den nächsten Sommerkontrollen unserer Nistkästen werden wir etwas genauer hinsehen. Vielleicht haben wir bisher einzelne Mückenfledermäuse im Oberurseler Stadtwald als Zwergfledermäuse registriert. (23. November 2016)

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