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Europäische Zweifarbfledermaus

Europäische Zweifarbfledermaus
Europäische Zweifarbfledermaus Vespertilio murinus (Foto:
Thomas Knepel qu033)

Wissenschaftlicher Name:
Vespertilio murinus

Erstbeschreibung:
von Linné, 1758
Tiere aus Schweden

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Zweifarbfledermäuse
(Vespertilio)
 
 

Name:
Der Artname murinus (mausartig) spielt an auf die Form der Ohren.

Synonyme:
deutsch: Zweifarbfledermaus, Westliche Zweifarbfledermaus
englisch: European particoloured bat, Particoloured bat
französisch: Sérotine bicolore

Der Zusatz Europäische berücksichtigt, dass es auch andere Zweifarbfledermäuse gibt. Die Bezeichnung Zweifarbfledermaus allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten:
Vespertilio murinus murinus
Europa, Türkei, Kaukasus, Iran, Zentralasien, West-China
Vespertilio murinus ussuriensis Wallin, 1969
Russland (Südost-Sibirien), Mongolei, Nordost-China, Korea, Japan

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Verbreitung:
Europa, Türkei, Kaukasus, Iran, Turkmenistan, Kasachstan, im Osten bis China und Japan.

Verbreitung von Vespertilio murinus
Verbreitung von Vespertilio murinus (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)  -- (weltweite Verbreitung - Wikipedia)

Größe:
Länge 48 .. 64 mm
Unterarm 40 .. 51 mm
Flügelspannweite 270 .. 310 mm
Gewicht 10 .. 15 g

Oberursel und Umgebung:
Europäische Zweifarbfledermäuse wurden bisher im Oberurseler Stadtwald nicht angetroffen.

In den Kästen des Höhenprojekts wurden in Höhen um 800 m in den Monaten Mai und August einzelne Europäische Zweifarbfledermäuse gefunden.

Im Jahr 2005 wurden zwei verletzte Tiere in Pflege genommen, die sich auf dem Zug ins Winterquartier befanden.

In Winterquartieren des Hochtaunuskreises kamen Europäische Zweifarbfledermäuse bisher nicht vor.

Lebensraum:
Europäische Zweifarbfledermäuse jagen vor allem über Gewässern, Uferzonen, landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen.

Quartiere:
Quartiere sind vor allem in Felsspalten oder Spalten an Gebäuden, hohe Gebäude (Kirchtürme, Hochhäuser) werden bevorzugt. Quartiere werden auch gefunden in Baumhöhlen und im Inneren von Dächern. Mehrere Quartiere werden abwechselnd benutzt. Wochenstuben mit 20 bis 60 Weibchen bilden sich im Mai und lösen sich Ende August wieder auf. In dieser Zeit findet man Kolonien von bis zu 300 Männchen.

Den Winter verbringen Europäische Zweifarbfledermäuse in Felsspalten, in Spaltenbereichen von Gebäuden, in Höhlen, Kellern oder unterirdischen Verstecken, bei großer Kälte auch im Inneren von Gebäuden.

Ortswechsel:
Eine Untersuchung aus der Schweiz (2006) hat gezeigt, dass dort die Jagdgebiete der Männchen im Mittel 5,7 km von den Tagesschlafplätzen entfernt waren, die der Weibchen im Mittel nur 2,4 km. Sommerquartier und Winterquartier können über 1000 km voneinander entfernt sein.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Herbst statt. Die Jungen werden zwischen Ende April und Mitte Juni geboren. Es sind fast immer Zwillinge, gelegentlich auch Drillinge. Nach sieben Wochen sind die Jungtiere selbständig.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Datenbestand unzureichend.
CH: selten, potentiell gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

In Europa verschwinden bei Renovierungen oft Spaltenquartiere an Gebäuden. Bei ihren Wanderungen sind die Tiere gefährdet durch Kollisionen mit Windrädern und Autos.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Baranauskas, Kazimieras + Grikienienė, Jadvyga + Masing, Matti (2006): Particoloured bat Vespertilio murinus (Chiroptera) found hibernating in Lithuania for the first time -- Ekologija, (2006), 4, Seite 31-33  (174 kbyte)

Leuthold, Caroline + Jaberg, Christophe (2007): Sélection de l'habitat et comportement de chasse d'une colonie de mâles chez la sérotine bicolore, Vespertilio murinus, L. (Mammalia: Chiroptera) en Suisse occidentale -- Bulletin de la Société Neuchâteloise des Sciences Naturelles, 123 (2000), Seite 95-104  (6609 kbyte)

Safi, K. + König, B. + Kerth, G. (2007): Sex differences in population genetics, home range size and habitat use of the parti-coloured bat (Vespertilio murinus, Linnaeus 1758) in Switzerland and their consequences for conservation -- Biological Conservation, 137 (2007): Seite 28-36  (689 kbyte)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 25. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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