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Die Tiere in unseren Nistkästen

Hier werden die Tiere vorgestellt, um deren Schutz sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel besonders bemüht: höhlenbrütende Vögel, Bilche und Fledermäuse. Bei der Kontrolle unserer Nistkästen finden wir auch Mäuse und Kolonien von Insekten.

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Fledermäuse

Es gibt auf der Erde über 1000 verschiedene Arten von Fledermäusen. Die meisten von ihnen leben in den ganzjährig warmen Gebieten nördlich und südlich des Äquators. In den Ländern mit Frost im Winter leben nur wenige Arten. Die Zahl der Fledermausarten sinkt, je weiter man nach Norden geht. In Bulgarien sind es 33, Deutschland 24, in Norwegen nur 13. --> weiter -->

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Mäuse

Die Zahl der Mäuse, die wir bei den Kontrollen unserer Nistkästen finden, schwankt stark von Jahr zu Jahr. Wenn der Sommer feucht ist, sind es mehr. Dann bieten sich leere Nistkästen als trockene Schlafplätze an.

Es sind Waldmäuse und Gelbhalsmäuse, beide Arten gehören zur Familie der Langschwanzmäuse. Sie verschmutzen die Nistkästen sehr. Sie werden bei den Nistkastenkontrollen vertrieben.

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Waldmaus

Waldmäuse (Apodemus sylvaticus) sind überwiegend nachts aktiv. Sie sind gute Kletterer. So gelangen sie in unsere Nistkästen in 3 m Höhe. Ihre Körperlänge ohne Schwanz liegt zwischen 80 und 110 mm, der Schwanz ist genauso lang.

Waldmaus
Waldmaus (Apodemus sylvaticus) (Bild: Thomas Knepel
qu033)

Das Gewicht der meisten ausgewachsenen Tiere liegt zwischen 18 und 25 g und kann bis zu 36 g betragen.

Waldmäuse leben an Waldrändern, in Hecken, auch in Gärten und Parks. Waldmäuse sind Allesfresser. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Früchten, Knospen, aber auch aus Insekten.

Waldmaus-Weibchen haben meistens drei Geburten im Jahr. Nach 23 Tagen bringen sie 5 bis 6 Junge zur Welt, manchmal sogar 8, manchmal nur 2.

Waldmäuse leben nicht lange. Wie alle Mäuse spielen sie eine große Rolle in der Nahrungskette. Sie werden stark gejagt. Füchse, Eulen und Greifvögel sind ihre stärksten Feinde. Nur wenige Waldmäuse entkommen den Jägern und überstehen den Winter.

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Waldmaus

 

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Gelbhalsmaus

Die Lebensweise der Gelbhalsmäuse (Apodemus flavicollis) ähnelt sehr der Lebensweise der Waldmäuse. Sie sind etwas größer.

Gelbhalsmaus
Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) (Bild: James Lindsey
qu049)

Ihre Körperlänge ohne Schwanz liegt zwischen 88 und 130 mm, der Schwanz ist genauso lang. Das Gewicht der meisten ausgewachsenen Tiere liegt zwischen 26 und 36 g.

Ihren Namen hat die Gelbhalsmaus von einem gelbbraunen Band im oberen Bereich der Brust.

Im Herbst sammeln sie Eicheln und Bucheckern als Nahrungsvorrat für den Winter.

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Gelbhalsmaus

 

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Bilche

Bilche sehen aus wie Mäuse, ihre Lebensweise ähnelt aber mehr den Hörnchen. Große Unterschiede zwischen Mäusen und Bilchen bestehen im Lebenszyklus. Bei Nistkastenkontrollen finden wir oft Siebenschläfer, weniger oft eine Haselmaus.

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Siebenschläfer

Siebenschläfer (Glis glis) sind nachts aktiv. Ihr Name deutet auf den langen Winterschlaf der Tiere hin, der von Ende September oder Anfang Oktober bis in die erste Maihälfte dauert. Diese Zeit verbringen sie meistens in Erdhöhlen. Im Sommer verbringen sie die Tage in Baumhöhlen oder Nistkästen.

Siebenschläfer
Siebenschläfer (Glis glis) (Bild: Thomas Knepel qu033)

Man sieht hier eine Siebenschläfer-Mutter mit Jungtier. Das braune Haarige links ist der buschige Schwanz der Mutter, den sie schützend um das Junge legt.

Von dem Jungtier sieht man den Kopf und den noch kahlen dunklen Schwanz.

Ohne Schwanz liegt die Körperlänge der Siebenschläfer zwischen 13 und 19 cm. Ihr Gewicht liegt zwischen 80 und 120 g. Im Herbst, wenn sich die Tiere Fett für den Winterschlaf angefressen haben, sind sie doppelt so schwer.

Siebenschläfer-Weibchen bringen einmal im Jahr nach einer Tragzeit von 31 Tagen 4 bis 6 sehr unreife Junge zur Welt. Die Ohren sind erst mit 12 Tagen geöffnet, die Augen erst mit 21 Tagen. Siebenschläfer können 9 Jahre alt werden.

Siebenschläfer essen vor allem Pflanzliches: Himbeeren, Holunder, Erdbeeren, Haselnüsse, Eicheln, gelegentlich auch Insekten, Schnecken, Würmer und Vogeleier. Gern knabbern Siebenschläfer auf Streuobstwiesen und in Gärten Obst an. Darum wurden sie früher von Menschen verfolgt.

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Siebenschläfer

 

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Gartenschläfer

Gartenschläfer (Eliomys quercinus) sind nachts aktiv. Sie verbringen den Tag in kugelförmigen Nestern, gern auch in Vogelnistkästen. Wie der Name sagt, findet man Gartenschläfer gelegentlich in Gärten, öfter aber in Wäldern. Der Winterschlaf dauert in Mitteleuropa etwa fünf Monate. Bei starker Abkühlung des Wetters im Sommer können Gartenschläfer ihre Körpertemperatur der Außentemperatur anpassen und in eine schlafartige Lethargie fallen.

Gartenschläfer
Gartenschläfer (Eliomys quercinus (Bild: Christian Flach
qu106)

Ohne Schwanz liegt die Körperlänge der Gartenschläfer zwischen 10 und 17 cm.

Ihr Gewicht liegt zwischen 50 und 140 g, im Herbst, wenn sich die Tiere Fett für den Winterschlaf angefressen haben, können es auch 200 g sein.

Gartenschläfer-Weibchen bringen einmal im Jahr nach einer Tragzeit von etwa 22 Tagen 3 bis 5 sehr unreife Junge zur Welt.

Die Augen sind erst mit 18 Tagen geöffnet. Nach etwa fünf Wochen werden die Jungtiere entwöhnt. Gelegentlich kommen zwei Geburten im Jahr vor.

Gartenschläfer essen fast alles: Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere, Eier, Früchte, Samen und Knospen. Mindestens zeitweise überwiegt in der Nahrung Tierisches.

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Gartenschläfer

 

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Haselmaus

Haselmäuse (Muscardinus avellanarius) sind die kleinsten Bilche. Sie sind selten geworden. In Deutschland stehen sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten (Vorwarnstufe).

Haselmaus
Haselmaus (Muscardinus avellanarius) (Bild: Thomas
Knepel qu033)

Ohne Schwanz haben Haselmäuse eine Körperlänge von ungefähr 8 cm, der Schwanz ist 6 bis 7 cm lang.

Ihr Gewicht liegt zwischen 13 und 32 g. Haselmäuse bauen kugelige Nester aus Gras, Blättern und Moos.

Haselmaus-Weibchen bringen einmal oder zweimal im Jahr nach einer Tragzeit von 23 Tagen 2 bis 5 Junge zur Welt.

Nach 6 Wochen sind die jungen Haselmäuse selbständig. Haselmäuse ernähren sich ähnlich wie Siebenschläfer.

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Haselmaus

 

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Vögel

Die häufigsten Vogelarten in unseren Nistkästen sind Kleiber, Blaumeise, Kohlmeise, Feldsperling und Trauerschnäpper. Weniger oft haben wir Tannenmeise, Star, Wasseramsel und Baumläufer angetroffen. Ob Waldbaumläufer oder Gartenbaumläufer kann nicht entschieden werden, die Unterscheidung ist nur möglich, wenn man das Tier in der Hand hält.

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Wikipedia Vögel

 

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Kleiber

Nistkästen, in denen Kleiber (Sitta europaea) gewohnt haben, erkennt man sofort. Alle Ritzen sind mit Lehm zugeklebt. Wenn Kleiber das Glück haben, in einer leer stehenden Spechthöhle zu brüten, verengen sie dort mit Lehm den Eingang.

Kleiber
Kleiber (Sitta europaea) (Bild: Ekkehard
Beyer qu031)

Im Sommer sieht man Kleiber an Baumstämmen nach Nahrung suchen, oft mit dem Kopf nach unten.

Kleiber treten höchstens paarweise auf. Mit weiteren Kleibern vertragen sie sich nicht. Im Winter schließen sich Kleiber gern Meisenschwärmen an. Man sieht sie häufig an Futterstellen.

Im Sommer fressen die Kleiber vor allem Insekten und Spinnen. Auch die Jungtiere werden mit dieser Nahrung gefüttert, häufig auch mit Raupen des Eichenwicklers.

Im Herbst stellen sie sich auf Körnernahrung um. Bucheckern machen einen großen Teil des Futters aus. An Futterstellen holen sie sich gern Sonnenblumenkerne.

Die Nisthöhle wird zunächst mit morschen Holzstückchen und Rindenteilen aufgefüllt. Auf dieser Unterlage bauen sie das eigentliche Nest.

Kleiber sind in Deutschland häufig. Sie fehlen an den Küsten und im Hochgebirge. Das weltweite Verbreitungsgebiet reicht von Marokko bis Südschweden und im Osten über Russland und China bis nach Japan.

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Kleiber

 

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Feldsperling

Feldsperlinge (Passer montanus) sind etwas kleiner als die bekannten Haussperlinge. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Typisch ist die braune Kappe auf dem Kopf, das schwarze Kinn und ein ausgedehnter rundlicher schwarzer Bereich auf jeder Wange.

Feldsperling
Feldsperling vor der Nisthöhle (Passer
montanus
) (Foto: Herwig Winter qu004)

Vor 1950 waren Feldsperlinge recht häufige Vögel, heute werden sie immer seltener. Die Gründe dafür liegen offenbar in der Art, wie die extensive landwirtschaftliche Nutzung die Landschaft ausräumt.

Die Hauptnahrung der Feldsperlinge sind Samenkörner von Gräsern und Wildkräutern. Wildkräuter haben heute aber keinen Platz mehr zwischen Getreide-, Zuckerrüben- oder Kartoffelfeldern, und die Wiesen werden vor der Samenbildung gemäht.

Nur eine strukturreiche Kulturlandschaft mit älteren Gehölzen und Hecken für die Brut, Brachflächen und Wildkräuterbereichen kann den Feldsperlingen auf Dauer das Überleben sichern.

Feldsperlinge trifft man in ganz Europa an mit Ausnahme von Island, Nordskandinavien und Finnland. Nach Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über Indien bis nach Japan. Eingebürgert wurden Feldsperlinge in Nordamerika und in Südaustralien.

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Feldsperling
Feldsperling BUND

 

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Insekten

Die Anzahl der Insektenkolonien in den Nistkästen, die wir bei unseren jährlichen Kontrollen vorfinden, schwankt. Zwischen 2 und 10 Prozent der Nistkästen enthalten Kolonien von Staaten bildenen Insekten: Wespen, Hornissen und Hummeln.

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Wikipedia Insekten

 

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Hornisse

Hornissen (Vespa crabro) sind mit 18 bis 25 mm Länge (Königinnen bis 35 mm) die größten sozialen Faltenwespen in Mitteleuropa. Zur Familie der Faltenwespen gehören auch die kleineren, manchmal äußerst lästigen Gemeinen Wespen (Vespula germanica) und Deutschen Wespen (Vespula germanica), die dieser Tierfamilie ihren schlechten Ruf eingebracht haben.

Hornissen besetzen einen Nistkasten
Hornissen (Vespa crabro) vor einem Nistkasten (Foto:
Thomas Knepel qu033)

Die Gemeinen und die Deutschen Wespen sehen sehr ähnlich aus. Sie sind nur 11 bis 17 mm lang (Königinnen bis 20 mm.

Anders als bei Honigbienen überlebt ein Hornissenstaat den Winter nicht. Nur die im Herbst befruchteten Königinnen überstehen den Winter völlig starr in einem Schlupfwinkel. Im Frühling gründen sie einen neuen Staat.

Hornissen stehen in Deutschland unter Schutz. Der Rückgang der Bestände in den vergangenen Jahrzehnten wird vor allem auf fehlende natürliche Nistmöglichkeiten zurück geführt. Manche Naturschutzgruppen hängen spezielle Hornissenkästen auf. Andere Gruppen freuen sich über ein Hornissenvolk in einem Kasten, der eigentlich für Vögel oder Fledermäuse bestimmt war.

Hornissen sind äußerst nützlich. Sie ernähren ihre Brut mit Insekten (Heuschrecken, (Fliegen, Wespen, Käfer, Raupen) und Spinnen. Ein Hornissenvolk kann pro Tag bis zu 500 g Insekten fangen.

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Hornisse
Hornissenschutz

 

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Baumhummel

Hummeln gehören zur Familie Apidae, zu der auch die Honigbienen gehören. Wikipedia zählt 36 Hummelarten auf, die in Deutschland leben. 16 davon stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Alle gehören zur Gattung Bombus.

Männliche Baumhummel
Männliche Baumhummel (Bombus hypnorum)
(Foto: André Karwath qu050)

Die in Mitteleuropa lebenden Hummelarten bilden wie die Hornissen einjährige Kolonien. Nur die Weibchen überwintern und bilden im Frühjahr neue Staaten.

Hummeln füttern ihre Larven mit Pollen und Nektar. Die Blüten werden beim Besuch bestäubt. Neben den Honigbienen und den Wildbienen gehören die Hummeln zu den wichtigsten Bestäubern von Blütenpflanzen.

Manche Hummelarten bauen Nester in Erdhöhlen, zum Beispiel Mauselöchern, andere suchen Baumhöhlen.

Die Baumhummeln (Bombus hypnorum) beziehen gern verlassene Vogelnester. In Nistkästen richten sie sich ein, auch wenn sie keine alten Vogelnester vorfinden. Spezielle Hummelkästen werden schnell gefunden und bald besiedelt.

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Hummeln wildbienen.de
Wikipedia Hummeln
Baumhummel

 

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aktualisiert am 18. Mai 2014
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