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Braunes Langohr

Braunes Langohr
Braunes Langohr (Plecotus auritus) (Foto: Markus Nolf
qu007)

Wissenschaftlicher Name:
Plecotus auritus

Erstbeschreibung:
(von Linné, 1758)
Tiere aus Schweden

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Langohrfledermäuse
(Plecotus)
 
 

Name:
Der Artname auritus (langohrig) spielt an auf die auffallenden Ohren.

Synonyme:
deutsch:
englisch: Brown long-eared bat, Brown big-eared bat
französisch: Oreillard roux, Oreillard brun

Unterarten: keine.

Die Untersuchungen von Spitzenberger et al. (2006) haben gezeigt, dass die bei Mammal Species angegebenen Unterarten Plecotus auritus homochrous, Plecotus auritus sacrimontis und Plecotus auritus uenoi als Arten Plecotus homochrous, Plecotus sacrimontis beziehungsweise Plecotus ognevi anzusehen sind.

Der Wechsel des Artnamens von uenoi zu ognevi wurde erzwungen durch die Tatsache, dass ognevi die ältere Bezeichnung ist.

Die bei Mammal Species genannte, in Spanien verbreitete Unterart Plecotus auritus begognae wird von Mayer et al. (2007) als Art Plecotus begognae behandelt.

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Verbreitung:
Europa, Türkei, Kaukasus.

Verbreitung von Plecotus auritus
Verbreitung von Plecotus auritus (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)

Größe:
Länge 40 .. 53 mm
Unterarm 34 .. 43 mm
Flügelspannweite 240 .. 290 mm
Gewicht 6 .. 9 g

Oberursel und Umgebung:
Braune Langohren werden in jedem jahr im Oberurseler Stadtwald gefunden, seit 2004 auch in Wochenstuben.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Braune Langohren von April bis Oktober in Höhen von 300 m bis 800 m gefunden.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden in jedem Jahr Langohrfledermäuse angetroffen.

Braune und Graue Langohren (Plecotus austriacus) sind einander so ähnlich, dass man sie in Winterquartieren in der Regel nicht unterscheiden kann, ohne die Tiere aus ihrem Schlaf zu wecken.

Lebensraum:
Braune Langohren leben im Wald. Sie jagen im Wald und an einzelstehenden Bäumen in Parks.

Quartiere:
Sommerquartiere sind in Baumhöhlen oder in Dächern von Gebäuden. Den Winter verbringen die Tiere in Höhlen, Felsspalten oder Stollen.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 30 km.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer und im frühen Herbst statt, teilweise auch im Winterquartier. Ein Junges wird zwischen Mitte Juni und Mitte Juli geboren, gelegentlich auch Zwillinge. Nach sechs Wochen können die Jungen fliegen.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Vorwarnstufe.
CH: gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

In Südeuropa führt das Verschwinden von mittelalten und alten Laubbäumen zum Schrumpfen der Populationen.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Hinweis: Einige Internetseiten geben ein Verbreitungsgebiet an, das auch die Verbreitung von Plecotus begognae, Plecotus homochrous, Plecotus ognevi und Plecotus sacrimontis (früher als Unterarten von Plecotus auritus behandelt) umfasst.

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Linné, Carl von (1758): Systema naturae -- (10. Auflage), Stockholm 1758
[Das Werk ist im Internet zugänglich (Universität Göttingen)]
[enthält die Beschreibung von Plecotus auritus: Band 1, Seite 32]

Mayer, Frieder + Dietz, Christian + Kiefer, Andreas (2007): Molecular species identification boosts bat diversity -- Frontiers in Zoology, 4(4) (2007)  (609 kbyte)
[enthält Einzelheiten zu Plecotus begognae]

Spitzenberger, Friederike + Strelkov, Petr P. + Winkler, Hans + Haring, Elisabeth (2006): A preliminary revision of the genus Plecotus (Chiroptera, Vespertilionidae) based on genetic and morphological results -- Zoologica Scripta, 35(3) (2006), Seite 187–230  (1019 kbyte)
[enthält Einzelheiten zu Plecotus auritus: Seite 203]

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 6. Februar 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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