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Rauhautfledermaus

Rauhautfledermaus
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) (Foto: Markus
Nolf qu012)

Wissenschaftlicher Name:
Pipistrellus nathusii

Erstbeschreibung:
(Keyserling + Blasius, 1839)
Tiere aus Deutschland (Berlin)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Zwergfledermäuse
(Pipistrellus)
 
 

Name:
Die Art ist benannt nach dem deutschen Züchtungsforscher Hermann Engelhard von Nathusius (1809 bis 1879). Die Schwanzflughaut ist auf der Oberseite zur Hälfte behaart, das hat zur Bezeichnung Rauhautfledermaus geführt.

Synonyme:
deutsch:
englisch: Nathusius' pipistrelle, Nathusius' pipistrelle bat
französisch: Pipistrelle de Nathusius

Unterarten: keine.

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Verbreitung:
Europa, Türkei, Kaukasus.

Verbreitung von Pipistrellus nathusii
Verbreitung von Pipistrellus nathusii (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)

Größe:
Länge 46 .. 55 mm
Unterarm 32 .. 38 mm
Flügelspannweite 220 .. 250 mm
Gewicht 6 .. 10 g

Oberursel und Umgebung:
Rauhautfledermäuse wurden bisher nur selten im Oberurseler Stadtwald gefunden.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Rauhautfledermäuse von August bis Oktober in Höhen von 300 m bis über 800 m angetroffen.

Diese Tiere sind vermutlich auf dem Weg in die Winterquartiere weiter südlich und nutzen die Kästen nur kurz als Zwischenquartier.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises kamen Rauhautfledermäuse bisher nicht vor.

Lebensraum:
Im Sommer leben Rauhautfledermäuse vorwiegend in Wäldern. Sie jagen im Wald, an Waldrändern und in der Nähe von Gewässern.

Quartiere:
Sommerquartiere sind hinter abstehender Borke von alten oder toten Bäumen, in Baumhöhlen, in Felsspalten oder hinter Holzverkleidungen von Gebäuden. Den Winter verbringen Rauhautfledermäuse in Baumhöhlen, Felsspalten oder in Spalten an Gebäuden.

Ortswechsel:
Regelmäßige Wanderungen zwischen Sommerquartier und Winterquartier von 1000 km und mehr sind beobachtet worden. Es ist bekannt, dass Rauhautfledermäuse regelmäßig zwischen ihrem Sommerlebensraum in der Nähe der Ostsee und ihren Winterquartieren im Südschwarzwald, in der Schweiz und in Frankreich hin- und her ziehen.

Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Konstanz beobachtet seit 1983 am Bodensee in jedem Jahr zwei Höhepunkte des Auftretens von Rauhautfledermäusen: einen im April und einen im September.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer und im Herbst statt. Männchen locken entlang des Weges ins Winterquartier Weibchen in Paarungsquartiere. Zwei Junge werden Ende Mai oder Anfang Juni geboren, gelegentlich auch Drillinge.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: nicht gefährdet, seit 1998 verbesert.
CH: gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 6. Februar 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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