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Pilze

Noch vor 50 Jahren teilte man in den Schulbüchern wie Carl von Linné im Jahr 1758 die Lebewesen ein in Pflanzen und Tiere. Die Pilze gehörten zu den Pflanzen. 200 Jahre lang änderte sich nichts an dieser Einteilung.

 


Die Stellung der Pilze unter den Lebewesen

Im Jahr 1959 gliederte der amerikanische Biologe Robert Harding Whittaker die Vielfalt der Lebensformen in fünf Reiche: Pflanzen, Tiere, Pilze, Protisten (vor allem einzellige Lebewesen) und Bakterien. Die ersten vier Reiche unterschied er als Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkernen) von den Bakterien.

Die amerikanischen Forscherinnen Lynn Margulis und Karlene Schwartz verfeinerten dieses Fünf-Reiche-Konzept und machten es mit ihren Buch Five Kingdoms (Fünf Reiche), das zwischen 1980 und 2000 in mehreren Auflagen erschien, einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Carl Woese spaltete schon 1977 die Archäen als sechstes Reich von den Bakterien ab. Lynn Margulis und Karlene Schwartz folgten diesem Vorschlag nur halb, indem sie ihr Reich Bakterien in die Unterreiche Eubakterien und Archäbakterien einteilten.

Linné Haeckel Whittaker Woese Adl
1758 1894 1959 1977 2005
Pflanzen Protisten Bakterien Bakterien Bakterien
Archäen Archäen
Protisten Protisten (28 verschiedene Gruppen)
Pflanzen Pflanzen Pflanzen Chloroplastiden
Pilze Pilze Pilze
Tiere Tiere Tiere Tiere Tiere

Die Einteilung der Lebewesen in große Gruppen (Grafik von Wikipedia, erweitert qu110)

Ein schwacher Punkt des Sechs-Reiche-Konzepts war das Reich Protisten, in dem neben den Algen alles versammelt war, was nicht in die anderen fünf Reiche passte. Genetische Untersuchungen in den vergangenen Jahrzehnten haben das Reich Protisten in rund 30 verschiedene Gruppen zerlegt. Einige dieser Gruppen (die grünen Algen) hat Adl mit den Pflanzen zu den Chloroplastiden zusammengefasst.

Viele Biologen vermeiden heute das Wort Reich und sprechen lieber von den drei Domänen Bakterien, Archäen und Eukaryoten. Geblieben ist die Auffassung, dass Pilze innerhalb der Eukaryoten eine von den Pflanzen grundverschiedene Gruppe sind.

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Wissenswertes über Pilze

Die Pilze, die wir Menschen sammeln, sind lediglich die Fruchtkörper, die die Pilze ausbilden, um ihre Sporen weiter zu verbreiten. Diese Sporen werden meist über den Schwamm oder die Lamellen an der Unterseite des Pilzkörpers abgegeben und sichern den Bestand der Vielfalt an Pilzen. Der Pilz selber besteht im wesentlichen aus dem Pilzmyzel (sehr feine kaum sichtbare Fäden) im Waldboden.

Viele Pilze leben in Symbiose (Lebensgemeinschaft) mit bestimmten Baumarten. Sie erleichtern dem Baum die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen und bekommen dafür vom Baum Zucker. Deshalb findet man bestimmte Pilzarten nur an gewissen Bäumen, wie zum Beispiel der Birkenpilz oder der Kiefernsteinpilz.

Gemeiner Hallimasch Pfifferling
Links: Gemeiner Hallimasch (Armillaria mellea), im rohen Zustand giftig, gekocht essbar (Bild: Stu Phillips qu083). - Rechts: Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius) (Bild: James Lindsey qu084)

Es gibt aber auch Pilzarten, die Bäume gezielt angreifen und diese töten können, wie der Hallimasch, der als gefährlicher Forstschädling gilt. Aber auch im verbauten Holz und Mauerwerk können Pilze auftreten und die Stabilität des Gebäudes oder die Gesundheit des Menschen gefährden, wie beispielsweise der Hausschwamm.

Grundsätzlich gelten Pilze heutzutage als sehr gesund, da sie zwar sättigend aber nicht kalorienreich sind. Zudem sind Speisepilze reich an Kalium, Phosphor und Vitamin B. Außerdem enthalten Pilze das sonst in beliebten Lebensmitteln seltene Vitamin D. Einige Pilzsorten, wie der Austernseitling, sind sehr folsäurehaltig.

Genau weiß es niemand, aber Experten sprechen davon, dass es die unglaubliche Vielfalt von bis zu 7500 sichtbaren Pilzarten in unseren Breiten gibt. Jede dieser Arten hat im Ökosystem Wald ihre Aufgabe.

Fliegenpilz Gemeiner Riesenschirmling
Links: Fliegenpilz (Amanita muscaria), giftig (Bild: Onderwijsgek bei nl.wikipedia qu082). - Rechts: Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera) (Bild: Archenzo bei de.wikipedia qu081)

Pilze sind aus unserem Leben kaum wegzudenken. So finden sich Pilze nicht nur als Speisepilze auf dem Teller, nein auch als Symbiosepartner in unserem Darm, als Edelpilze auf Käse, als Produzent von Antibiotika (Penicillin) in der Medizin oder als Hefepilze um Kuchen und Brot zu backen oder aus Traubensaft Weine zu vergären. Hier wie auch im Wald zeigen Pilze aber auch an, wenn das System nicht ausgewogen ist, was dazu führt, dass Lebensmittel verderben oder Menschen krank werden.

Ohne Pilze würden viele Holz- und Laubzersetzungsprozesse in Wäldern nicht funktionieren. Holzzerstörende Pilze (sogenannte Weißfäuleerreger) zerlegen das Lignin des Holzes und sind somit wesentliche Humusbildner in unseren Wäldern. Ohne sie wäre die Auflage aus Holzresten und Laub meterhoch. Man vermutet, dass die großen Stein- und Braunkohlevorkommen aus der Karbonisierung der Urwäldern vor 250 bis 350 Millionen Jahren nur entstehen konnten, weil die Evolution bis zu dieser Zeit noch keine Weißfäule verursachenden Pilze hervorgebracht hatte.

Weiter führende Informationen

Wikipedia Pilze

 

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Pilzarten

Hier sollen einige Pilzarten vorgestellt werden, die in unseren Wäldern eine besondere Bedeutung haben. (Noch ist das eine Baustelle)

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aktualisiert am 18. Mai 2014
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