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Großer Abendsegler

Großer Abendsegler
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) (Foto: Markus Nolf
qu009)

Wissenschaftlicher Name:
Nyctalus noctula

Erstbeschreibung:
(Schreber, 1774)
Tiere aus Frankreich

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Abendsegler
(Nyctalus)
 
 

Name:
Der Artname noctula (in der Dämmerung) spielt an auf den täglichen Jagdbeginn in der Abenddämmerung.

Synonyme:
deutsch: Abendsegler
englisch: Common noctule, Noctule, Noctule bat, Mountain noctule bat
französisch: Noctule commune

Der Zusatz Großer berücksichtigt, dass es auch andere Abendsegler gibt. Die Bezeichnung Abendsegler allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten:
Nyctalus noctula noctula
Europa, Kaukasus, Iran
Nyctalus noctula lebanoticus Harrison, 1962
östliches Mittelmeergebiet
Nyctalus noctula mecklenburzevi Kuzjakin, 1934
Zentralasien
Nyctalus noctula labiata Hodgson, 1835
Nepal, Indien (Norden), Indochina

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Verbreitung:
Europa, Nordafrika, östliches Mittelmeergebiet (Türkei, Zypern), Kaukasusgebiet, Oman, im Osten bis Malaysia. Eine Karte der weltweiten Verbreitung ist bei Wikipedia.

Verbreitung von Nyctalus noctula
Verbreitung von Nyctalus noctula (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)

Größe:
Länge 60 .. 82 mm
Unterarm 47 .. 59 mm
Flügelspannweite 320 .. 450 mm
Gewicht 21 .. 30 g

Oberursel und Umgebung:
Große Abendsegler werden vereinzelt im Oberurseler Stadtwald gefunden, auch in Wochenstuben.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Große Abendsegler von April bis Oktober in Höhen von 200 m bis 300 m gefunden.

Im Herbst wurden Gruppen von Weibchen gefunden, bei denen teilweise auch einzelne Männchen waren. Möglicherweise dienen die Kästen als Paaarungs- und Zwischenquartiere.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises wurden Große Abendsegler bisher nicht angetroffen.

Lebensraum:
Große Abendsegler leben in Wäldern, auch in Städten, wenn die Tiere dort genügend Bäume und Insekten finden. Sie jagen in sehr verschiedenen Landschaftstypen, weniger in Nadelwäldern, häufiger in der Nähe von Gewässern.

Quartiere:
Sommerquartiere sind in Spechthöhlen und anderen Baumhöhlen, auch hinter Holzverkleidungen von Gebäuden oder in Rollladenkästen. Den Winter verbringen die Tiere in dickwandigen Baumhöhlen, in Deckenspalten von Höhlen, in Felsspalten oder in Spalten an Gebäuden.

Ortswechsel:
Große Abendsegler wandern regelmäßig zwischen Sommerquartier und Winterquartier und legen dabei Entfernungen von einigen 100 km zurück.

Fortpflanzung:
Die Tiere werden im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Paarungen finden ab August bis in den Herbst hinein statt, teilweise auch im Winterquartier. Ein oder zwei Junge werden ab Mitte Juni geboren. Nach vier Wochen fliegen die Jungen aus.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Vorwarnstufe, seit 1998 leicht verbessert.
CH: gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Schreber, Johann Christian von (1774): Die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen -- Erlangen, 1774 bis 1804
[Das Werk ist im Internet zugänglich (BHL)]
[enthält die Beschreibung von Nyctalus noctula]

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 25. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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