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Naturschutzeinsätze

Einsätze für den Naturschutz direkt in der Natur stellen den überwiegenden Teil unserer Arbeit dar. Schwerpunkte sind die Betreuung von Nistkästen, der Schutz der Fledermäuse, der Erhalt der Stierstädter Heide und die Pflege von Streuobstwiesen.

Unsere Projekte sind langfristig angelegt. Die meisten Naturschutzeinsätze sind nur sinnvoll, wenn sie über Jahre durchgeführt werden. Dabei erfassen wir auch Daten über Höhlen bewohnende Säugetiere, Vögel und Insekten.

Unser ausführlicher, reich bebilderter Jahresbericht 2015  (40 Seiten, 4123 kbyte) enthält eine ins Einzelne gehende Beschreibung unserer Projekte und gibt einen Überblick über die bei diesen Projekten gesammelten Daten.

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Nistkästen als künstliche Höhlen

Jede Naturschutzgruppe, die einmal begonnen hat, Nistkästen für Vögel aufzuhängen, bemerkt schnell bei den ersten Kontrollen der Kästen, dass nicht nur Vögel die angebotenen Wohnungen beziehen.

Auch Fledermäuse und Siebenschläfer sind auf Höhlen für die Aufzucht ihrer Jungen angewiesen. Die Staaten bildenden Hornissen richten sich gern in Nistkästen ein. Leider benutzen auch Waldmäuse die Nistkästen, vor allem bei feuchtem Wetter.

Spechthöhle in Baumstamm Vogelnistkasten aufgehängt an Baum
Links: eine Spechthöhle in etwa 3 m Höhe. - Rechts: Die Nistkästen werden in 3 bis 4 m Höhe aufgehängt. Sie werden von den Tieren wie Spechthöhlen angenommen (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

 

Natürliche Höhlen in alten oder abgestorbenen Bäumen sind selten geworden. Die Bereitschaft von staatlichen, kommunalen und privaten Waldbesitzern, nicht alle Bäume zu fällen und zu vermarkten, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, sondern Altholzinseln mit ihren natürlichen Spechthöhlen und Faulhöhlen stehen zu lassen, ist eine relativ junge Erscheinung. Nistkästen werden von den Tieren als künstliche Höhlen angenommen.

Steinkauzröhre im Baum Faulhöhle im Baum
Eine Steinkauzröhre entspricht einer geräumigen Faulhöhle. Faulhöhlen entstehen oft da, wo Äste abgebrochen sind (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Einige Fledermausarten verbringen den Tag lieber in Baumspalten als in Baumhöhlen. Spaltenquartiere findet man zum Beispiel zwischen der abgelösten Borke und dem Stamm bei abgestorbenen Bäumen. Ein Ersatz für nicht vorhandenen Baumspalten sind Spaltenkästen.

Spalte zwischen Borke und Baumstamm Spaltenkasten an Baum
Links: eine nätürliche Baumspalte (Pfeil) an einem stark geschädigten Baum. - Rechts: ein Spaltenkasten bietet den Tieren eine ähnliche Umgebung an (Bilder: Thomas Knepel qu033)

Die Oberurseler Gruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betreut im Hochtaunuskreis über 1800 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, davon hängen 1400 im Oberurseler Stadtwald.

Benutzer der Kästen 2012
Benutzer der Kästen 2012
Benutzer der Kästen im Jahr 2012 (oben) und 2013
(unten) (Grafiken: Thomas Knepel qu048)

Bei den jährlichen Kontrollen stellen wir immer wieder fest, dass nur etwa die Hälfte der Kästen von Vögeln und etwa ein Viertel von Fledermäusen bewohnt war.

Die übrigen Bewohner sind Bilche (Haselmäuse, Siebenschläfer), Mäuse (leider) und Insekten (Hornissen, Wespen, Hummeln).

Links ist das Benutzerspektrum der Kästen für die Jahre 2012 und 2013 grafisch dargestellt.

Man sieht, dass sich die Zusammensetzung von einem zum nächsten Jahr stark verändern kann.

Die Prozentangaben beziehen sich auf die Kästen. 2 % Bilche bedeutet, dass in 2 % der Kästen Bilche gefunden wurden.

Besonders variabel ist der Anteil der Mäuse. In einem feuchten Sommer ist ihr Anteil besonders hoch.

Weiter führende Informationen

Tiere in Nistkästen
Höhlenbrüter

 

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Fledermausschutz im Hochtaunuskreis

Das umfangreichste Aufgabenfeld der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel ist der Fledermausschutz im Hochtaunuskreis. Fledermausschutz besteht aus vielen einzelnen Maßnahmen, die alle dem Ziel untergeordnet sind, die Artenvielfalt in ihrer natürlichen Umgebung zu erhalten.

Zweifarbfledermaus sitzend Großes Mausohr in Hand
Links: Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus). - Rechts: Großes Mausohr (Myotis myotis) (Bilder: Thomas Knepel qu033)

 

Fledermauskästen: Die Kästen müssen gekauft, markiert und im Wald aufgehängt werden. Beschädigte Kästen werden repariert, zerstörte Kästen werden ersetzt. Da die Fledermauskästen sehr hoch aufgehängt und nur mit einer Leiter zu erreichen sind, sind Beschädigungen durch Waldbesucher selten. Es handelt sich mehr um Sturmschäden oder Alterung des Materials.

Erfassung des Bestandes: Es geht um Antworten auf die Fragen Wo leben Fledermäuse? Wann leben sie dort? Was für Fledermäuse sind es? und Wie viele sind es? Die Erfassung des Bestandes ist keine einmalige Angelegenheit. Sie wird mindestens zweimal im Jahr durchgeführt.

Kontrolle der Winterquartiere: An vier Wochenenden von Mitte Januar bis Ende Februar werden die rund 40 bekannten Winterquartiere untersucht. Es sind ehemalige Bergwerksstollen, Wassergewinnungsstollen, nicht mehr verwendete Wasserbehälter, natürliche Höhlen oder Keller. Protokolliert werden die vorgefundenen Fledermausarten und für jede Art die Anzahl der Tiere. Notiert wird auch, welche Reparaturen an den Eingängen und welche Sicherungsarbeiten in den Stollen vorgenommen werden müssen.

Nistkastenkontrolle im Sommer mit Leiter Kontrolle eines Winterquartiers mit Wathosen
Links: Sommerkontrolle der Nistkästen (Bild: Ekkehard Beyer qu031), Rechts: Kontrolle der Winterquartiere (Bild: Thomas Knepel qu033)

Kontrolle der Sommerquartiere: An mehreren Wochenenden in den Monaten Juli und August werden die bekannten Sommerquartiere untersucht. Das sind die rund 400 Fledermauskästen, die die SDW Oberursel im Oberurseler Stadtwald und darüber hinaus im restlichen Hochtauskreis aufgehängt hat. Die Kontrollen finden am Tag statt. Wir finden die Fledermäuse, die nachts auf Jagd gehen, also schlafend vor. Viele Fledermäuse ruhen am Tag in leer stehenden Vogelnistkästen. Wir kombinieren daher die Kontrolle der Fledermauskästen mit der Kontrolle der Vogelnistkästen. Protokolliert wird wie im Winter.

Sicherung der Winterquartiere: Fledermäuse im Winterschlaf reagieren empfindlich auf Störungen. Die Winterquartiere brauchen alle eine stabile abschließbare Tür, die Spaziergänger und Füchse aussperrt, aber Fledermäuse durchlässt. Dazu wird zum Beispiel in Kopfhöhe ein handbreiter Spalt in die Stahltür gesägt. Es gibt gelegentlich Versuche, die Eingänge der Winterquartiere aufzubrechen. Die Türen müssen dann verstärkt, repariert oder mit zusätzlichen Schlössern gesichert werden.

Bundesnaturschutzgesetz und Eurobats: Alle europäischen Fledermäuse sind durch Gesetze und das Europäische Abkommen zum Schutz der Fledermauspopulationen (Eurobats) geschützt. Die oben beschriebenen Maßnahmen müssen daher mit den Naturschutzbeauftragten in der Kreisverwaltung, in den Stadtverwaltungen und den Gemeinden abgesprochen werden.

Schutz der Lebensräume: Unsere Fledermaus-Zählungen haben gezeigt, dass die häufigste Fledermausart im Oberurseler Stadtwald die Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii) ist. Sie ist sonst selten in Deutschland. Diese Fledermäuse brauchen einen bestimmten Waldtyp als Sommerlebensraum. Die internationalen Artenschutz-Abkommen verlangen, dass Gebiete, in denen Bechstein-Fledermäuse leben, als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden. So wurde der Oberurseler Stadtwald zusammen mit der Stierstädter Heide zu einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet.

Eingang eines alten Wasserbehälters Wochenstube von Bechsteinfledermäusen
Links: ein nicht mehr gebrauchter Wasserbehälter hat einen fledermausdurchlässigen Eingang bekommen. - Rechts: eine Wochenstube von Bechsteinfledermäusen (Myotis bechsteinii) (Bilder: Thomas Knepel qu033)

Verteidigung der Lebensräume: Es gibt Bestrebungen, dieses geschütze Gebiet zu verkleinern, den Oberurseler Stadtwald weiter von seinem Rand her zu bebauen. Die SDW Oberursel sieht es als eine Aufgabe an, gemeinsam mit anderen Naturschutzgruppen in den Planungsverfahren die Seite des Naturschutzes zu vertreten.

Über Fledermäuse informieren: Die Verbreitung von Informationen über Fledermäuse, ihre Lebensweise, ihre Lebensräume und die Bedrohung ihrer Existenz dient indirekt auch dem Schutz der Tiere. In dem Maß, in dem in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Probleme der Fledermäuse wächst, wachsen auch die Chancen für das Überleben der vom Aussterben bedrohten Fledermausarten. Wir nehmen fast jede Einladung an, irgendwo einen Vortrag über Fledermäuse zu halten.

Beratung: Wir beraten telefonisch. Es kommt vor, dass Fledermäuse in Wohnungen fliegen und sich dort Ruheplätze suchen. Es kommt vor, dass Fledermäuse auf dem Balkon landen und nicht mehr wegfliegen. In solchen Fällen geben wir Tipps. Etwas können wir nur ausnahmsweise: verletzte oder geschwächte Fledermäuse pflegen. Es fehlt die Zeit dafür. Alle am Fledermausschutz beteiligten Personen sind nur ehrenamtlich tätig.

Aufbereitung der Daten: Im November und Dezember werden die im Lauf des Jahres erhobenen Daten über Fledermäuse analysiert, in lesbare Form gebracht und grafisch dargestellt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich der Fortschreibung des Höhenprojekts wird jährlich im Jahresbericht veröffentlicht.

Weiter führende Informationen

Fledermäuse
Verletzte Fledermäuse
Bebauungsplan 140a

 

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Fledermausforschung

Die Erfassung des Bestandes der Fledermäuse ist die Grundlage für den Fledermausschutz, aber auch eine Grundlage der Fledermausforschung. In diesem Sinn sind die Daten, die wir seit 1988 sammeln, ein bescheidener Beitrag zur Forschung.

Die Zeitreihen, über die wir verfügen, geben Aufschluss über die Besiedlung der Waldgebiete des Hochtaunuskreises mit Fledermäusen. Die Daten zeigen, welche Gebiete und welche Quartierarten von den verschiedenen Arten bevorzugt werden.

Die Vergleich der Individuenzahl einer Fledermausart im Sommer mit der Zahl der im Winter gefundenen Exemplare gibt Hinweise auf die Ortstreue und das Zugverhalten der Tiere.

1996 begannen wir das auf zehn Jahre angelegte Höhenprojekt. Wir installierten 288 Fledermauskästen in 18 verschiedenen Gebieten vom Niedwald in Frankfurt-Nied (in 100 m Höhe über dem Meer) an der Nidda bis zur Kuppe des Großen Feldbergs (860 m) im Taunus und überprüften mehrmals jährlich die Kästen.

 

Das Höhenprojekt wurde wissenschaftlich begleitet und 2006 beendet. Es wurde vor allem untersucht, welche Fledermäuse und wie viele in verschiedenen Höhen in diesem Teil des Taunus leben. Das Projekt wird in reduziertem Umfang weiter verfolgt, um aktuelle und zusätzliche Daten zu erhalten.

Höhenverteilung
Die Verteilung der Fledermausarten auf die Höhenlagen des Taunus (W = Wochenstube -
S = Südlage - N = Nordlage) (Grafik: Thomas Knepel qu048)

Bech = Bechsteinfledermaus - Fran = Fransenfledermaus - GMau = Großes Mausohr
GAbe = Großer Abendsegler - KAbe = Kleiner Abendsegler - BLan = Braunes Langohr
GBar = Große Bartfledermaus - KBar = Kleine Bartfledermaus - Zwer = Zwergfledermaus
Rauh = Rauhhautfledermaus

Die Abbildung zeigt für zehn Fledermausarten die Verteilung auf die Höhenlagen und die Hanglagen. Südhänge werden offensichtlich bevorzugt. Auch eine Wochenstube (Mütter mit ihren Jungen) von Großen Mausohren wurde gefunden, allerdings nicht im Wald, sondern in einer Kirche.

Die Zwergfledermäuse können sich offensichtlich an alle Höhenlagen und Gebietsarten anpassen. Allerdings haben wir keine Wochenstuben von Zwergfledermäusen gefunden. Wir vermuten sie im Siedlungsbereich.

Bei den anderen Fledermausarten, die wir angetroffen haben, waren es einzelne oder sehr wenige Tiere. Sie sind in der obigen grafischen Darstellung nicht berücksichtigt. Über das Höhenprojekt informiert ausführlich der Jahresbericht 2015  (4123 kbyte) der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel.

Weiter führende Informationen

Fledermäuse
Fledermausarten
Fledermaus-Adressen

 

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Pflege der Stierstädter Heide

Die Stierstädter Heide ist ein im Vordertaunus einmaliger Lebensraum. Ihre Erhaltung ist seit mehreren Jahrzehnten ein Ziel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Schon 1981 begann die Waldjugend Pflegearbeiten auf der Fläche durchzuführen.

Abgeplaggte Heidefläche Zweijähriges Heidekraut
Links: abgeplaggte Heidefläche - Rechts: auf den abgeplaggten Flächen sät sich Heidekraut (Calluna vulgaris) selbst aus, Zustand nach zwei Jahren (Bilder: Thomas Knepel qu033)

 

1986 wurde eine erste Versuchsfläche von Humusboden befreit. Dieses so genannte Abplaggen trug auch zur Entstehung der Lüneburger Heide in Norddeutschland bei. Ohne diese Maßnahme sind alle Entbuschungsmaßnahmen, langfristig betrachtet, sinnlos.

1994 beschlossen die Untere Naturschutzbehörde, das Umweltamt Oberursel, das Forstamt, das Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Waldjugend, die Heidefläche zu erhalten. Unsere Gruppe entwickelte gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Oberursel ein Pflegekonzept.

Junge Birken zwischen Heidekraut Junge Kiefern zwischen Heidekraut
Links: junge Birken zwischen Heidekraut (Bild: Thomas Knepel qu033), Rechts: junge Kiefern zwischen Heidekraut (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Ab 1994 finden jährlich vier ganztägige Arbeitseinsätze statt, bei denen wir immer Birken- und Kiefernjungwuchs beseitigten und Humusboden abplaggen. Das Heidekraut (Calluna vulgaris) samt auf der von Humus befreiten Fläche aus und wächst dort gut.

Mittlerweile haben sich auf der trockenen und besonnten Heidefläche verschiedene Pflanzen- und Tierarten eingefunden, die noch vor wenigen Jahren selten waren oder gar nicht beobachtet werden konnten.

Schafe auf der Stierstädter Heide Beseitigung von jungen Kiefern und Birken
Schafe und Menschen beseitigen Kiefern- und Birkenjungwuchs (Bilder: Thomas Knepel qu033)

Neben dem dominanten Heidekraut haben sich Pfeifengras und Borstgras ausgedehnt. Diese Arten sind zusammen mit dem Wacholder Charakterarten der Heidelandschaft.

Auch Reptilien wie Waldeidechsen, Zauneidechsen und Blindschleichen findet man wieder wieder häufig. Erst seit wenigen Jahren kommen der Kleine Heidehüpfer und die Blauflügel-Ödlandschrecke in größeren Mengen vor.

verbuschte Stierstädter Heide 1994 Blühende Heide heute
Links: 1994 war die Stierstädter Heide nur noch ein mit Birken bewachsenes Grasland - Rechts: die Heide heute (Bilder: Thomas Knepel qu033)

Ein Dauerthema ist die Beseitigung des einjährigen Jungwuchses von Birken und Kiefern. Er muss jedes Jahr neu beseitigt werden. Viermal im Jahr laden wir ein, mitzumachen bei unseren Heideaktionen.

Weiter führende Informationen

FFH-Gebiete
Stierstädter Heide
Heideaktionen

 

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Pflege von Streuobstwiesen

Wegen ihres Artenreichtums haben Streuobstwiesen große Bedeutung für den Naturschutz. Streuobstwiesen sind aber in ihrem Bestand gefährdet. Viele Naturschutzgruppen haben daher Patenschaften für Streuobstwiesen übernommen.

Obstwiese in Oberursel
Die Obstwiese in Oberursel nach der Herrichtung (Bild:
Thomas Knepel qu033)

Grävenwiesbach und Oberursel: Unserer Gruppe gelang es im Jahr 2000, einen Acker in Grävenwiesbach in eine Wiese umzuwandeln.

Seit Januar 2010 haben außerdem wir eine circa 1000 m2 große Streuobstwiese in Oberursel gepachtet.

Streuobstwiesen brauchen Pflege. Naturschutz auf Streuobstwiesen umfasst ein ganzes Bündel von Maßnahmen.

Herrichtung einer verwahrlosten Streuobstwiese: Die Wiese in Oberursel war in extrem schlechtem Zustand, da sie seit mindestens acht Jahren nicht mehr gepflegt wurde. Brombeeren und sich ausbreitendes Buschwerk hatten die Obstbäume überwachsen. Einige Bäume waren umgefallen und liegen geblieben.

 

neu gepflanzte Obstbäume
Pflanzung von neuen Obstbäumen (Bild: Ekkehard
Beyer qu031)

Eine Wildnis dieser Art ist zwar auch ein Stück Natur, sie bietet aber nicht die vielfältigen Lebensraum-Nischen einer Streuobstwiese.

In mehreren Einsätzen an Samstagen und Gruppenstunden der beiden Waldjugendgruppen wurde das Grundstück vollständig entmüllt.

Umgestürzte Bäume, Buschwerk und Brombeeren wurden von der Fläche entfernt, kleingesägt und im Randbereich als Benjeshecke aufgeschichtet. Einen großen Teil der Fläche lockerten wir mit einer Fräse auf und säten Gras ein.

Schutz vor Verbuschung: Zweimal jährlich werden die Wiesen in Grävenwiesbach und Oberursel gemäht. Aufkommende Brombeerranken werden beseitigt.

Hecke an einer Streuobstwiese
Die Hecke an der Grävenwiesbacher Wiese (Bild:
Thomas Knepel qu033)

Neupflanzungen: In Oberursel wurden drei Apfelbäume neu gepflanzt. Bei der Übernahme der Wiese in Grävenwiesbach gab es einige wenige alte Obstbäume.

In den folgenden Jahren wurden dort weitere 61 Hochstamm-Obstbäume gesetzt.

Zum Schutz vor Verbiss durch Rehe und anderes Wild werden die neu gepflanzten Bäumchen mit kleinen Zäunen gesichert.

Der Schutz vor Wühlmäusen, die an den Wurzeln knabbern, ist schwieriger. Zwei der im Jahr 2000 gepflanzen Bäume sind eingegangen. Sie wurden 2012 durch neue ersetzt.

Hecken: 2001 umgrenzten wir die 7400 m2 große Fläche in Grävenwiesbach, auf der nun siebzig Obstbäume stehen, mit einer zweireihigen Hecke aus 19 verschiedenen Straucharten, insgesamt fast 700 Pflanzen. Hecken bieten Nistplätze für Vögel und Igel.

Feldsperling auf Zweig
Feldsperling (Passer montanus) (Bild: Andreas Trepte
qu108)

Gelegentlich wird die Hecke zurück geschnitten, damit der Heckencharakter erhalten bleibt und sie nicht zu einer Baumreihe wird.

Nistkästen: An den Bäumen auf der Wiese in Grävenwiesbach hängten wir 50 Nistkästen und Fledermauskästen auf.

Die Nistkästen werden jährlich kontrolliert und gereinigt. Im August 2012 fanden wir neben Nestern von Blaumeisen und Kohlmeisen ein Hornissennest, 41 Feldsperlingnester und eine schlafende Bechsteinfledermaus.

Besonders erfreut haben uns die Feldsperlinge, weil an vielen Orten die Zahl der Feldsperlinge in den letzten zehn Jahren dramatisch zurück gegangen ist.

Waldjugend keltert Äpfel
Nach der Ernte wird gekeltert (Bild: Thomas Knepel
qu033)

Obstbäume werden beschnitten: Nicht jedes Jahr aber wenn nötig werden die Bäume beschnitten.

Durch den Schnitt wird erreicht, dass sich die Früchte tragenden Äste nicht gegenseitig beschatten.

Durch den Schnitt wird auch weitgehend verhindert, dass Äste das Gewicht der reifen Früchte nicht tragen können und abbrechen.

Ernte und Verwertung des Obstes: Jedes Jahr werden die Ernte und die Verwertung des Obstes organisiert. Beliebt ist die Herstellung von naturtrübem Apfelsaft.

Weiter führende Informationen

Streuobstwiesen
Obstbaumschnitt
Benjeshecke

 

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Neophyten-Bekämpfung

Im Augenblick (Sommer 2013) fallen störende Neophyten in Oberursel wenig auf. In anderen Orten des Hochtaunuskreises, des Main-Taunus-Kreises und der Wetterau bekämpfen Naturschutzgruppen den Riesen-Bärenklau.

Waldjugend beseitigt Amerikanischen Stinktierkohl
Beseitigung von Amerikanischem Stinktierkohl (Lysichiton
americanus
) (Bild: Thomas Knepel qu033)

Bei Bedarf zögern wir nicht, zum Spaten zu greifen.

Das Bild zeigt Mitglieder der Oberurseler Waldjugend beim erfolgreichen Einsatz gegen Amerikanischen Stinktierkohl 2004 im Haidtränktal bei Oberursel.

Die Pflanzen werden ausgegraben und vernichtet. In den folgenden Jahren wird nachkontrolliert.

 

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aktualisiert am 20. November 2016
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