Logo der SDW Oberursel

TiereFledermäuseFledermausarten

Europäische Fransenfledermaus

Europäische Fransenfledermaus
Europäische Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
(Foto: Armin Kübelbeck qu091)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis nattereri

Erstbeschreibung:
(Kuhl, 1817)
Tiere aus Deutschland (Hessen, Hanau)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 

Name:
Die Art ist benannt nach dem österreichischen Zoologen Johann Natterer (1787 bis 1843). Am Rand der Schwanzflughaut sind zwei dichte Reihen mit gekrümmten Borsten, die den Tieren den Namen Fransenfledermaus gegeben haben.

Synonyme:
deutsch: Fransenfledermaus
englisch: European Natterer's Bat, Natterer's Myotis, Natterer's bat
französisch: Vespertilion de Natterer, Murin de Natterer

Der Zusatz Europäische berücksichtigt, dass es auch andere Fransenfledermäuse gibt. Die Bezeichnung Fransenfledermaus allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten: keine.

Die bei Mammal Species angegebene Unterart Myotis nattereri tschuliensis wird inzwischen als Art Myotis tschuliensis angesehen. Die Populationen in Nordwestafrika, Südspanien und Südportugal werden nun der Art Myotis escalerai zugeordnet.

klicken auf ein Bild vergrößert esnach oben


Verbreitung:
Mitteleuropa und Nordeuropa, Südeuropa, östliches Mittelmeergebiet.

Verbreitung von Myotis nattereri
Verbreitung von Myotis nattereri (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)

Größe:
Länge 40 .. 50 mm
Unterarm 34 .. 44 mm
Flügelspannweite 245 .. 300 mm
Gewicht 7 .. 10 g

Oberursel und Umgebung:
Europäische Fransenfledermäuse werden seit 2001 im Oberurseler Stadtwald gefunden, auch in Wochenstuben.

Im Sommer ist die Europäische Fransenfledermaus die zweithäufigste Fledermausart im Oberurseler Stadtwald.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Europäische Fransenfledermäuse von April bis Oktober in Höhen von 400 m bis 800 m gefunden, es sind Männchengruppen und einzelne Tiere.

Die einzelnen Tiere, die von August bis Oktober in 800 m Höhe gefunden wurden, nutzen die Kästen wahrscheinlich als Zwischenquartiere. In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden Europäische Fransenfledermäuse in jedem Jahr angetroffen.

Lebensraum:
Im Sommer findet man die Tiere vorwiegend in Wäldern und mit Bäumen bestandenen Flächen (Parks, Streuobstwiesen). Sie jagen auch in angrenzenden Gebieten, gern über frisch gemähten Wiesen.

Quartiere:
Sommerquartiere sind im Norden vor allem in Baumhöhlen, in Südeuropa in Felsspalten oder in Höhlen. Den Winter verbringen Europäische Fransenfledermäuse in Höhlen, Felsspalten oder Stollen.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 40 km.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer, im Herbst und im Winterquartier statt. Ein Junges wird im Juni geboren. Nach vier Wochen sind die Jungen selbständig.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: nicht gefährdet, Naturschutzmaßnahmen haben seit 1998 zu einer Verbesserung geführt.
CH: potentiell gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

Der Verlust von Waldgebieten und von Quartieren an Gebäuden und in Höhlen führen zum Schrumpfen der Populationen. In Nordafrika werden die Tiere gefangen, um aus ihnen traditionelle medizinische Produkte herzustellen.

klicken auf ein Bild vergrößert esnach oben


Beschreibungen und weitere Bilder:

Hinweis: Einige Internetseiten geben ein Verbreitungsgebiet an, das auch die Verbreitung von Myotis escalerai und Myotis tschuliensis (früher als Unterarten von Myotis nattereri behandelt) umfasst.

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Kuhl, Heinrich (1817): Die deutschen Fledermäuse -- Hanau, 1817
[Das Werk ist im Internet zugänglich (Deutsche Forschungsgemeinschaft)]
[enthält die Beschreibung von Myotis nattereri]

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

nach oben


aktualisiert am 6. Februar 2015
zum Seitenanfang

Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

© Copyright: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel e.V. • ImpressumKontaktArchivzur Startseite