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Kleine Bartfledermaus

Kleine Bartfledermaus
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) (Foto: Markus
Nolf qu001)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis mystacinus

Erstbeschreibung:
(Kuhl, 1817)
Tiere aus Deutschland

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 
 

Name:
Der Artname mystacinus (mit Bart) spielt an auf das haarige Gesicht der Tiere.

Synonyme:
deutsch: Bartfledermaus
englisch: European whiskered bat, Whiskered myotis, Whiskered bat
französisch: Vespertilion à moustaches, Murin à mustaches

Der Zusatz Kleine berücksichtigt, dass es auch andere Bartfledermäuse gibt. Die Bezeichnung Bartfledermaus allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten:
Myotis mystacinus mystacinus
Europa, östliches Mittelmeergebiet
Myotis mystacinus occidentalis Benda, 2000
Spanien, Marokko
Myotis mystacinus caucasicus Tsytsulina, 2000
Kaukasus

Tiere, die heute der Art Myotis aurascens zugeordnet werden, wurden früher als Unterart von Myotis mystacinus behandelt.

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Verbreitung:
Europa, Nordafrika (Marokko), östliches Mittelmeergebiet (Türkei, Israel), Kaukasus.

Verbreitung von Myotis mystacinus
Verbreitung von Myotis mystacinus (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)

Größe:
Länge 35 .. 48 mm
Unterarm 32 .. 37 mm
Flügelspannweite 190 .. 225 mm
Gewicht 4 .. 7 g

Oberursel und Umgebung:
Kleine Bartfledermäuse wurden von 1887 bis 2001 im Oberurseler Stadtwald gefunden, danach nicht mehr.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Kleine Bartfledermäuse von Mai bis Oktober in Höhen von 400 m bis 500 m gefunden, es sind meistens einzelnen Tiere.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden in jedem Jahr Fledermäuse angetroffen, bei denen es sich um Brandt-Fledermäuse oder Kleine Bartfledermäuse (Myotis mystacinus) handelt. Die Tiere sind einander so ähnlich, dass man sie in Winterquartiere in der Regel nicht unterscheiden kann, ohne die Tiere aus ihrem Schlaf zu wecken.

Lebensraum:
Im Sommer findet man Kleine Bartfledermäuse vorwiegend in offenen und halboffenen Landschaften. Sie jagen über Feuchtgebieten, Streuobstwiesen, Hecken und Gärten in den Randbereichen von Siedlungen, in Südeuropa in Wäldern.

Quartiere:
Sommerquartiere sind hinter abstehender Borke von alten oder toten Bäumen, häufig in Spalten an Gebäuden. Den Winter verbringen Kleine Bartfledermäuse in Höhlen oder Stollen.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 100 km.

Fortpflanzung:
Die Tiere werden im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Paarungen finden im späten Sommer, im Herbst oder im Winterquartier statt. Ein Junges wird ab Mitte Juni geboren, selten auch Zwillinge.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Vorwarnstufe, seit 1998 leicht verbessert.
CH: gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

Der Verlust von Waldgebieten und von Quartieren an Gebäuden und in Höhlen führen zum Schrumpfen der Populationen. In Nordafrika werden die Tiere gefangen, um aus ihnen traditionelle medizinische Produkte herzustellen.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Hinweis: Einige Internetseiten geben ein Verbreitungsgebiet an, das auch die Verbreitung von Myotis aurascens (früher als Unterart von Myotis mystacinus behandelt) umfasst.

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Kuhl, Heinrich (1817): Die deutschen Fledermäuse -- Hanau, 1817
[Das Werk ist im Internet zugänglich (Deutsche Forschungsgemeinschaft)]
[enthält die Beschreibung von Myotis mystacinus]

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 26. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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