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Großes Mausohr

Großes Mausohr
Großes Mausohr (Myotis myotis) (Foto: Thomas Knepel
qu033)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis myotis

Erstbeschreibung:
(Borkhausen, 1797)
Tiere aus Deutschland (Thüringen)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 

Name:
Der Gattungsname und Artname myotis (Mausohr) spielt an auf die Form der Ohren.

Synonyme:
deutsch: Mausohr
englisch: Greater myotis, Mouse-eared myotis, Greater mouse-eared bat, Mouse-eared bat, Large mouse-eared bat
französisch: Grand vespertilion, Grand murin

Der Zusatz Großes berücksichtigt, dass es auch andere Mausohren gibt. Die Bezeichnung Mausohr allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten:
Myotis myotis myotis
Europa
Myotis myotis macrocephalicus Harrison + Lewis, 1961
östliches Mittelmeergebiet

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Verbreitung:
Europa, östliches Mittelmeergebiet (Türkei, Syrien, Israel).

Verbreitung von Myotis myotis
Verbreitung von Myotis myotis (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)

Größe:
Länge 67 .. 80 mm
Unterarm 54 .. 67 mm
Flügelspannweite 350 .. 430 mm
Gewicht 20 .. 27 g

Große Mausohren sind in Deutschland die größten Fledermäuse.

Oberursel und Umgebung:
Große Mausohren werden seit 2003 im Oberurseler Stadtwald gefunden, es sind einzelne Männchen.

In den Wäldern des Hochtaunuskreises sind keine Wochenstuben bekannt.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Große Mausohren von Mai bis Oktober in Höhen von 300 m bis 600 m gefunden.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises ist das Große Mausohr die häufigste Fledermausart.

Lebensraum:
Im Sommer findet man Große Mausohren vorwiegend in Gebieten mit hohem Waldanteil. Sie jagen gern in Laubwäldern und Laubmischwäldern mit wenig Bewuchs am Boden.

Quartiere:
In Mitteleuropa sind Sommerquartiere fast nur in Dächern von Gebäuden. In Südeuropa sind die Quartiere in Höhlen. Wochenstuben umfassen zwischen 50 und 1000 Weibchen. Den Winter verbringen Große Mausohren in Höhlen, Felsspalten oder Stollen.

Ortswechsel:
Große Mausohren wandern regelmäßig zwischen Sommerquartier und Winterquartier, die 50 bis 100 km auseinander liegen. Einzelne Wanderungen über größere Entfernungen wurden beobachtet.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer und im frühen Herbst statt. Ein Junges wird in Mitteleuropa ab Anfang Juni geboren, sehr selten auch Zwillinge. Im Mittelmeergebiet liegt der Zeitpunkt der Geburten einige Wochen früher. Nach fünf Wochen fliegen die Jungtiere aus.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Vorwarnstufe, Naturschutzmaßnahmen haben seit 1998 zu einer Verbesserung geführt, Risikofaktoren sind verstärkter Altholzeinschlag und Gebäudesanierungen.
CH: stark gefährdet.
EU: FFH-Schutzgebiet-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

In Europa verursachen die Intensivierung der Landwirtschaft, die Verwendung von Insektenvernichtungsmitteln und das Verschwinden von kleinräumigen Landschaftsbestandteilen wie Hecken oder Wäldchen das Schrumpfen der Populationen. Der Verlust von Quartieren im Dachbereich von Gebäuden ist ein Problem.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 26. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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