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Europäische Wasserfledermaus

Wasserfledermaus
Europäische Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) (Foto:
Guido Gerding qu015)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis daubentonii

Erstbeschreibung:
(Kuhl, 1817)
Tiere aus Deutschland (Hessen, Hanau)

Familie:
Glattnasenfledermäuse)
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse)
(Myotis)
 

Name:
Die Art ist benannt nach dem französischen Zoologen Louis Jean-Marie Daubenton (1716 bis 1799).

Synonyme:
deutsch: Wasserfledermaus
englisch: Western Daubenton's Myotis, Daubenton's Myotis, Daubenton's bat
französisch: Vespertilion de Daubenton, Murin de Daubenton

Der Zusatz Europäische berücksichtigt, dass es auch andere Wasserfledermäuse gibt. Die Bezeichnung Wasserfledermaus allein kennzeichnet die Art nicht eindeutig.

Unterarten: keine.

Die Untersuchungen von Matveev et al. (2005) haben gezeigt, dass die bei Mammal Species angegebene Unterart Myotis daubentonii petax als Art Myotis petax anzusehen ist.

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Verbreitung:
Europa, Kaukasus, Türkei, im Osten bis Westsibirien.

Verbreitung von Myotis daubentonii
Verbreitung von Myotis daubentonii (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)

Größe:
Länge 40 .. 55 mm
Unterarm 33 .. 43 mm
Flügelspannweite 240 .. 275 mm
Gewicht 6 .. 10 g

Oberursel und Umgebung:
Europäische Wasserfledermäuse wurden bisher im Oberurseler Stadtwald nicht gefunden, auch nicht in den Kästen des Höhenprojekts.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden Europäische Wasserfledermäuse in jedem Jahr angetroffen.

Lebensraum:
Im Sommer leben Europäische Wasserfledermäuse vorwiegend in Gebieten mit Wald und Wasser. Sie jagen über oder in der Nähe von Gewässern, aber auch in Streuobstwiesen und Parks.

Quartiere:
Sommerquartiere sind vor allem in Baumhöhlen, Bäume in der Nähe des Waldrandes werden bevorzugt. Im Süden sind Quartiere auch in Felsspalten. Den Winter verbringen Europäische Wasserfledermäuse in Höhlen, Felsspalten oder Stollen.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 150 km.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer, im frühen Herbst und im Winnterquartier statt. Ein Junges wird ab Mitte Juni geboren, selten Zwillinge. Nach vier Wochen fliegen die Jungen aus. Zwei Wochen später lösen sich die Wochenstuben auf.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: nicht gefährdet, ein Risikofaktor ist die unbemerkte Zerstörung von Wochenstuben beim Fällen von Bäumen in Altholzbeständen.
CH: gefährdet.
EU: FFH-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Hinweis: Einige Internetseiten geben ein Verbreitungsgebiet an, das auch die Verbreitung von Myotis nathalinae und Myotis petax (früher als Unterarten von Myotis daubentonii behandelt) umfasst.

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Kuhl, Heinrich (1817): Die deutschen Fledermäuse -- Hanau, 1817
[Das Werk ist im Internet zugänglich (Deutsche Forschungsgemeinschaft)]
[enthält die Beschreibung von Myotis daubentonii]

Matveev, Vitaliy A. + Kruskop, Sergey V. + Kramerov, Dmitriy A. (2005): Revalidation of Myotis petax Hollister, 1912 and its new status in connection with M. daubentonii (Kuhl, 1817) (Vespertilionidae, Chiroptera) -- Acta Chiropterologica, 7(1), Seite 23-37 (2005)  (895 kbyte)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 6. Februar 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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