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Brandt-Fledermaus

Brandt-Fledermaus
Brandt-Fledermaus (Myotis brandtii) (Foto: A. V. Borisenko
qu016)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis brandtii

Erstbeschreibung:
(Eversmann, 1845)
Tiere aus Russland (südliches Uralgebiet, Orenburg)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 

Name:
Die Art ist benannt nach dem deutschen Zoologen Johann Friedrich von Brandt (1802 bis 1879).

Synonyme:
deutsch: Große Bartfledermaus, Russisches Mausohr, Brandt-Mausohr
englisch: Brandt's Myotis, Brandt's bat
französisch: Vespertilion de Brandt, Murin de Brandt

Die Tiere wurden bisher Große Bartfledermaus genannt, weil sie den Kleinen Bartfledermäusen zum Verwechseln ähnlich sind. Genetische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Kleine und Große Bartfledermäuse überhaupt nicht nah verwandt sind.

Im Gegenteil, die nächsten Verwandten der Großen Bartfledermäuse sind das Sibirische Mausohr (Myotis sibiricus) und amerikanische Myotis-Arten. Daher verwenden Fachleute lieber die Bezeichnungen Russisches Mausohr oder Brandt-Fledermaus.

Unterarten: keine.

Die bei Mammal Species angegebene Unterart Myotis brandtii gracilis wird inzwischen als Art Myotis sibiricus angesehen.

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Verbreitung:
Europa, lückenhaft in Südeuropa und im Kaukasusgebiet.

Verbreitung von Myotis brandtii
Verbreitung von Myotis brandtii (Grafik: Ekkehard Beyer
qu080)  -- (weltweite Verbreitung - Wikipedia) [Anm. 1]

Größe:
Länge 39 .. 51 mm
Unterarm 32 .. 39 mm
Flügelspannweite 190 .. 240 mm
Gewicht 5 .. 7 g

Oberursel und Umgebung:
Brandt-Fledermäuse wurden im Jahr 2001 im Oberurseler Stadtwald gefunden, danach nicht mehr.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Brandt-Fledermäuse von Mai bis September in Höhen von 300 m bis 500 m gefunden, es sind meistens einzelnen Tiere.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden in jedem Jahr Fledermäuse angetroffen, bei denen es sich um Brandt-Fledermäuse oder Kleine Bartfledermäuse (Myotis mystacinus) handelt. Die Tiere sind einander so ähnlich, dass man sie in Winterquartiere in der Regel nicht unterscheiden kann, ohne die Tiere aus ihrem Schlaf zu wecken.

Lebensraum:
Im Sommer leben Brandt-Fledermäuse vorwiegend in Wäldern, die Bäche oder Feuchtgebiete enthalten. Sie jagen auch in Gebieten mit Hecken und Feldgehölzen.

Quartiere:
Sommerquartiere sind in Baumhöhlen, hinter abstehender Borke oder in Stammrissen von alten oder toten Bäumen, auch hinter Holzverkleidungen von Gebäuden oder in Spalten im Inneren von Dächern. Den Winter verbringen Brandt-Fledermäuse in Höhlen oder Stollen.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 40 km.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer und im Herbst statt. Die Weibchen sind erst im zweiten Jahr geschlechtsreif. Ein Junges wird zwischen Anfang und Ende Juni geboren. Nach vier Wochen fliegen die Jungen schon aus, kurz danach lösen sich die Wochenstuben auf.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: Vorwarnstufe,
CH: potentiell gefährdet,
EU: FFH-Art,
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

Anmerkung 1:
Die Karte der weltweiten Verbreitung zeigt auch Ostsibirien, Nordostchina und Japan. Dort ist nicht die Brandt-Fledermaus, sondern das Sibirische Mausohr (Myotis gracilis) verbreitet.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Hinweis: Einige Internetseiten geben ein Verbreitungsgebiet an, das auch die Verbreitung von Myotis gracilis (früher als Unterart von Myotis brandtii behandelt) umfasst.

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 6. Februar 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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