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Bechstein-Fledermaus

Bechstein-Fledermaus
Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii) (Foto: Thomas
Knepel qu033)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis bechsteinii

Erstbeschreibung:
(Kuhl, 1817)
Tiere aus Deutschland (Hessen, Hanau)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 

Name:
Die Art ist benannt nach dem deutschen Forstwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein (1757 bis 1822).

Synonyme:
deutsch: Bechstein-Wasserfledermaus
englisch: Bechstein's Myotis, Bechstein's bat
französisch: Vespertilion de Bechstein, Murin de Bechstein

Unterarten: keine.

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Verbreitung:
Europa, lokal in der Türkei und im Kaukasusgebiet.

Verbreitung von Myotis bechsteinii
Verbreitung von Myotis bechsteinii (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)

Größe:
Länge 45 .. 55 mm
Unterarm 39 .. 48 mm
Flügelspannweite 250 .. 300 mm
Gewicht 7 .. 10 g

Oberursel und Umgebung:
Bechstein-Fledermäuse werden im Oberurseler Stadtwald in jedem Jahr gefunden, auch in Wochenstuben. Im Sommer ist die Bechstein-Fledermaus die häufigste Fledermausart im Oberurseler Stadtwald.

In den Kästen des Höhenprojekts werden Bechstein-Fledermäuse von April bis Oktober in Höhen von 100 m bis 600 m gefunden, es sind Männchengruppen und einzelne Tiere.

In den Winterquartieren des Hochtaunuskreises werden Bechstein-Fledermäuse in jedem Jahr angetroffen, aber in kleinerer Zahl als im Sommer.

Der Oberurseler Stadtwald und das Gebiet der Fußwiesen bei Grävenwiesbach sind aufgrund unserer Funde von Bechstein-Fledermäusen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiete ausgewiesen worden.

Lebensraum:
Im Sommer leben Bechstein-Fledermäuse vorwiegend in mittelalten bis alten Buchenwäldern, Eichenwäldern oder Laubmischwäldern.

Quartiere:
Natürliche Sommerquartiere sind Baumhöhlen. Man findet die Tiere daher häufig in Nistkästen. Wochenstuben wechseln alle zwei bis drei Tage das Quartier. Den Winter verbringen Bechstein-Fledermäuse in Höhlen oder Stollen.

Ortswechsel:
Bechstein-Fledermäuse sind ortstreu. Sommerquartiere und Winterquartiere liegen meistens nur wenige Kilometer auseinander.

Fortpflanzung:
Die Wochenstuben werden ab Ende März bezogen. Die Weibchen in einer Wochenstube sind oft eng miteinander verwandt (Mütter, Töchter, Enkelinnen). Ein Junges wird zwischen Anfang Juni und Anfang Juli geboren. Ende August oder Anfang September lösen sich die Wochenstuben auf. Die Tiere schwärmen dann an Höhlen und paaren sich dort.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: selten, der Bestand ist stark gefährdet.
CH: potentiell gefährdet.
EU: FFH-Schutzgebiet-Art.
IUCN: near threatened (Vorwarnstufe).

Zu starke Durchforstung alter Wälder, intensive Landwirtschaft mit Einsatz von Pestiziden und die Zerstückelung von Lebensräumen durch den Bau von Straßen sind die Hauptgründe für das Schrumpfen von Populationen.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Albrecht, Klaus + Hammer, Matthias + Holzhaider, Jennifer (2002): Telemetrische Untersuchungen zum Nahrungshabitatanspruch der Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) in Nadelwäldern bei Amberg in der Oberpfalz  (331 kbyte)

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Kuhl, Heinrich (1817): Die deutschen Fledermäuse -- Hanau, 1817
[Das Werk ist im Internet zugänglich (Deutsche Forschungsgemeinschaft)]
[enthält die Beschreibung von Myotis bechsteinii]

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 6. Februar 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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