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Fledermausarten

Die hier zusammengestellten Listen und die Artbeschreibungen, zu denen sie führen, geben den im Internet bekannt gewordenen Stand von Ende 2014 wieder. Klicken auf einen wissenschaftlichen Artnamen führt zu einer Beschreibung der gewählten Art.

 


Fledermausarten in Europa und Umgebung

Diese Liste enthält alle 53 Arten der Fledermaus-Liste von Eurobats aus dem Jahr 2014. Darüber hinaus sind hier 17 Arten vom südlichen und östlichen Rand des Mittelmeeres aufgeführt, diese Arten sind durch zwei grüne Punkte gekennzeichnet. 8 weitere Arten sind durch die Aufspaltung von Arten hinzugekommen, sie sind durch einen roten Punkt gekennzeichnet.

Nordafrikanische Dreizackblattnase Asellia tridens (Geoffroy, 1813) ••

Europäische Mopsfledermaus Barbastella barbastellus (Schreber, 1774)
Indische Mopsfledermaus Barbastella darjelingensis (Hodgson, 1855)
Sinai-Mopsfledermaus Barbastella leucomelas (Cretzschmar, 1828) ••

Küstenfledermaus Eptesicus anatolicus Felten, 1971
Arabische Breitflügelfledermaus Eptesicus bottae (Peters, 1869)
Gobi-Breitflügelfledermaus Eptesicus gobiensis Bobrinski, 1926 ••
Isabellfledermaus Eptesicus isabellinus (Temminck, 1840)
Nordfledermaus Eptesicus nilssonii (Keyserling + Blasius, 1839)
Kaukasische Breitflügelfledermaus Eptesicus ognevi Bobrinski, 1918
Europäische Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus (Schreber, 1774)

Marokkanische Rundblattnase Hipposideros tephrus Cabrera, 1906 ••

Ariel-Kurzkopffledermaus Hypsugo ariel (Thomas, 1904) ••
Alpenfledermaus Hypsugo savii (Bonaparte, 1837)

Nordafrikanische Langflügelfledermaus Miniopterus maghrebensis Puechmaille +
    Allegrini + Benda + Gürün + Šramek + Ibanez + Juste + Bilgin, 2014 ••
Iranische Langflügelfledermaus Miniopterus pallidus Thomas, 1907
Europäische Langflügelfledermaus Miniopterus schreibersii (Kuhl, 1817)

Nymphenfledermaus Myotis alcathoe von Helversen + Heller, 2001
Steppenbartfledermaus Myotis aurascens Kuzjakin, 1935
Bechstein-Fledermaus Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817)
Indisches Mausohr Myotis blythii (Tomes, 1857)
Brandt-Fledermaus Myotis brandtii (Eversmann, 1845)
Mittelmeer-Langfußfledermaus Myotis capaccinii (Bonaparte, 1837)
Teichfledermaus Myotis dasycneme (Boie, 1825)
Europäische Wasserfledermaus Myotis daubentonii (Kuhl, 1817)
Wimperfledermaus Myotis emarginatus (Geoffroy, 1806)
Iberische Fransenfledermaus Myotis escalerai Cabrera, 1904
Armenische Bartfledermaus Myotis hajastanicus Argyropulo, 1939
Großes Mausohr Myotis myotis (Borkhausen, 1797)
Kleine Bartfledermaus Myotis mystacinus (Kuhl, 1817)
Iberische Wasserfledermaus Myotis nathalinae Tupinier, 1977
Europäische Fransenfledermaus Myotis nattereri (Kuhl, 1817)
Nepalische Bartfledermaus Myotis nipalensis (Dobson, 1871)
Kleines Mausohr Myotis oxygnathus Monticelli, 1885
Punisches Mausohr Myotis punicus Felten + Spitzberger + Storch, 1977
Iranische Fransenfledermaus Myotis schaubi Kormos, 1934
Kaukasische Fransenfledermaus Myotis tschuliensis Kuzjakin, 1935

Azorenabendsegler Nyctalus azoreum (Thomas, 1901)
Riesenabendsegler Nyctalus lasiopterus (Schreber, 1780)
Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817)
Großer Abendsegler Nyctalus noctula (Schreber, 1774)

Ägyptische Schlitznasenfledermaus Nycteris thebaica Geoffroy, 1818 ••

Nordafrikanische Abendfledermaus Nycticeinops schlieffeni (Peters, 1869) ••

Nordafrikanische Wüstenfledermaus Otonycteris hemprichii Peters, 1859

Wüsten-Weißrandfledermaus Pipistrellus deserti  Thomas, 1902 ••
Libysche Zwergfledermaus Pipistrellus hanaki Hulva + Benda, 2004
Abendstern-Zwergfledermaus Pipistrellus hesperidus (Temminck, 1840) ••
Europäische Weißrandfledermaus Pipistrellus kuhlii (Kuhl, 1817)
Iranische Weißrandfledermaus Pipistrellus lepidus Blyth, 1845
Madeira-Weißrandfledermaus Pipistrellus maderensis (Dobson, 1878)
Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii (Keyserling + Blasius, 1839)
Europäische Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus (Schreber, 1774)
Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus (Leach, 1825)
Sudanische Zwergfledermaus Pipistrellus rueppellii  (Fischer, 1829) ••

Alpenlangohr Plecotus alpinus Kiefer + Veith, 2001
Braunes Langohr Plecotus auritus (Linnaeus, 1758)
Graues Langohr Plecotus austriacus (Fischer, 1829)
Iberisches Langohr Plecotus begognae de Paz, 1994
Wüstenlangohr Plecotus christii Gray, 1838 ••
Libysches Langohr Plecotus gaisleri  Benda + Kiefer + Hanak + Veith, 2004 ••
Balkanlangohr Plecotus kolombatovici Ðulić, 1980
Kaukasisches Langohr Plecotus macrobullaris Kuzjakin, 1965
Sardisches Langohr Plecotus sardus Mucedda + Kiefer + Pidinchedda +
    Veith, 2002
Kanarenlangohr Plecotus teneriffae Barrett-Hamilton, 1907
Turkmenisches Langohr Plecotus turkmenicus Strelkov, 1988

Blasius-Hufeisennase Rhinolophus blasii Peters, 1866
Arabische Hufeisennase Rhinolophus clivosus Cretzschmar, 1828 ••
Mittelmeer-Hufeisennase Rhinolophus euryale Blasius, 1853
Große Hufeisennase Rhinolophus ferrumequinum (Schreber, 1774)
Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros (Bechstein, 1800)
Mehely-Hufeisennase Rhinolophus mehelyi Matschie, 1901

Kleine Mausschwanzfledermaus Rhinopoma cystops Thomas, 1903 ••
Große Mausschwanzfledermaus Rhinopoma microphyllum (Brünnich, 1792) ••

Nilflughund Rousettus aegyptiacus (Geoffroy, 1810)

Ägyptische Faltlippenfledermaus Tadarida aegyptiaca (Geoffroy, 1818) ••
Europäische Faltlippenfledermaus Tadarida teniotis (Rafinesque, 1814)

Nacktbäuchige Grabfledermaus Taphozous nudiventris Cretschmar, 1830
Ägyptische Grabfledermaus Taphozous perforatus Geoffroy, 1818 ••

Europäische Zweifarbfledermaus Vespertilio murinus Linné, 1758

Weitere Informationen

Eurobats

 

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Fledermaus-Familien

Die in der obigen Liste aufgeführten Fledermausarten in Europa und Umgebung gehören zu folgenden Familien und Gattungen:

Familie Flughunde (Pteropodidae)
Höhlenflughunde (Rousettus)

Familie Hufeisennasenfledermäuse (Rhinolophidae)
Hufeisennasenfledermäuse (Rhinolophus)

Familie Altweltblattnasenfledermäuse (Hipposideridae)
Dreizackblattnasenfledermäuse (Asellia)
Rundblattnasenfledermäuse (Hipposideros)

Familie Mausschwanzfledermäuse (Rhinopomatidae)
Mausschwanzfledermäuse (Rhinopoma)

Familie Schlitznasenfledermäuse (Nycteridae)
Schlitznasenfledermäuse (Nycteris)

Familie Sackflügelfledermäuse (Emballonuridae)
Grabfledermäuse (Taphozous)

Familie Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Faltlippenfledermäuse (Tadarida)

Familie Langflügelfledermäuse (Miniopteridae)
Langflügelfledermäuse (Miniopterus)

Familie Glattnasenfledermäuse (Vespertilionidae)
Mopsfledermäuse (Barbastella)
Breitflügelfledermäuse (Eptesicus)
Kurzkopffledermäuse (Hypsugo)
Mausohrfledermäuse (Myotis)
Kleinohrfledermäuse (Neoromicia)
Abendsegler (Nyctalus)
Abendfledermäuse (Nycticeinops)
Wüstenfledermäuse (Otonycteris)
Zwergfledermäuse (Pipistrellus)
Langohrfledermäuse (Plecotus)
Zweifarbfledermäuse (Vespertilio)

Die Bezeichnung Altweltblattnasenfledermäuse ist eine direkte Übersetzung des englischen Old world leaf-nosed bats. Die früher weit verbreitete Bezeichnung Rundblattnasenfledermäuse für diese Familie ist aus sprachlich-logischen Gründen abzulehnen. Der Name ist schon für einen Teil der Fledermäuse dieser Familie vergeben, die Gattung Hipposideros.

Weitere Informationen

Tree of life

 

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Anmerkungen

Unsere Liste der Fledermausarten in Europa ist mit Sicherheit unvollständig. Genetische Untersuchungen und Felduntersuchungen, vor allem in Südosteuropa, in Nordafrika und im Nahen Osten, vervollständigen Jahr für Jahr unsere Sicht auf die europäischen Fledermauspopulationen.

Artenlisten
Im Internet sind verschiedene Listen der Fledermausarten in Europa veröffentlicht worden. Beim Vergleich der Listen merkt man, dass Europa einmal in einem engeren Sinn, einmal in einem weiteren Sinn verstanden wird. Man sieht auch schnell, dass sich die Listen in ihrerer Aktualität stark unterscheiden.

Seit 1990 wurden in Europa einige Fledermausarten neu beschrieben, nicht weil sie als afrikanische oder asiatische Fledermäuse in Europa eingewandert sind, sondern weil molekulargenetische Untersuchungen zur Aufspaltung von Arten geführt haben. Diese neuen Arten finden oft erst Jahre später ihren Weg in die Fledermauslisten.

Eurobats
Die Fledermaus-Artenliste von Eurobats ist die umfangreichste. Eurobats schließt im Osten das Kaukasusgebiet ein und blickt auch ein wenig über die Grenzen Europas hinaus, denn Fledermäuse kümmern sich bei ihren Wanderungen zwischen Winterquartier und Sommerlebensraum nicht um Staatsgrenzen.

Die Artenliste von Eurobats ist sicher auch die zuverlässigste. Der wissenschaftliche Beirat von Eurobats hat dafür gesorgt, dass seit dem Bestehen dieser Organisation die Liste der Fledermäuse alle drei bis vier Jahre auf einen neueren Stand gebracht wird. Neue Arten, die bisher als Unterarten angesehen wurden, werden in die Liste allerdings nur zögernd aufgenommen. Die aktuelle Eurobats-Liste stammt aus dem Jahr 2014.

Flughunde
Traditionell werden die Flughunde von den Fledermäusen unterschieden und mit ihnen zu den Fledertieren zusammengefasst. Genetische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass einige Fledermaus-Familien möglicherweise näher mit den Flughunden verwandt sind als mit anderen Fledermäusen.

In neueren deutschsprachigen Veröffentlichungen werden Flughunde als eine Familie von Fledermäusen im weiteren Sinn behandelt. In englischsprachigen Veröffentlichungen bezeichnet man schon lange Fledermäuse im engeren Sinn und Flughunde unterschiedslos als bats.

Einen kurzen Film über Flughunde in Australien findet man auf der Startseite der Bat Conservation and Rescue QLD in Queensland (Nordostaustralien).

Deutschsprachige Fledermausnamen
Wenn man ein wenig über die Grenzen von Europa hinaus blickt, sieht man schnell, dass eine Bezeichnung wie Mopsfledermaus zwar in Deutschland eindeutig eine Fledermausart beschreibt, nicht aber, wenn das Kaukasusgebiet oder die nichteuropäischen Küsten des Mittelmeeres eingeschlossen werden.

Im Kaukasus gibt es die Indische Mopsfledermaus, auf der Sinai-Halbinsel die Sinai-Mopsfledermaus. Um Eindeutigkeit der Bezeichnungen herzustellen, werden die Mopsfledermäuse in Deutschland seit einiger Zeit Europäische Mopsfledermaus oder Westliche Mopsfledermaus genannt. Ähnliche Zusätze zum Namen haben sich auch bei anderen Fledermausarten als hilfreich erwiesen.

 

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Fledermausarten im Hochtaunuskreis

Wir kontrollieren in jedem Sommer unsere über 1900 Nistkästen, in rund einem Viertel von ihnen finden wir Fledermäuse. Die Nistkästen befinden sich vor allem in der Umgebung von Oberursel und am südlichen Taunushang. Weitere Nistkästen sind im Hintertaunus.

Das Gebiet des Hochtaunuskreises wird im Sommer also nur teilweise untersucht. Wir finden vor allem Wald bewohnende Fledermausarten. Fledermäuse, die ihre Sommerquartiere an Gebäuden haben, werden bei unseren Zählungen nicht erfasst.

Im Winter sind unsere Kontrollen vollständiger. Wir kontrollieren im Januar oder Februar fast alle der rund 40 bekannten Winterquartiere im Hochtaunuskreis. Ein bekanntes Winterquartier ist nicht kontrollierbar, weil der private Eigentümer uns den Zugang nicht erlaubt.

Die Ergebnisse unserer langjährigen Untersuchungen sind dokumentiert in unserem Jahresbericht 2016 der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel  (3042 kbyte).

Fledermausart Sommer
quartier
Wochen
stuben
Zwischen
quartier
Winter
quartier
Kleine Bartfledermaus
Myotis mystacinus
Sommer     Winter 1
Brandt-Fledermaus
Myotis brandtii
Sommer     Winter 1
Europ. Fransenfledermaus
Myotis nattereri
Sommer ja ja Winter
Bechstein-Fledermaus
Myotis bechsteinii
Sommer ja   Winter
Großes Mausohr
Myotis myotis
Sommer ja 3   Winter
Kleiner Abendsegler
Nyctalus leisleri
Sommer ja   Winter 2
Großer Abendsegler
Nyctalus noctula
Sommer ja ja Winter 2
Europ. Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
Sommer ja   Winter
Mückenfledermaus
Pipistrellus pygmaeus
Sommer 2      
Braunes Langohr
Plecotus auritus
Sommer ja   Winter 4
Graues Langohr
Plecotus austriacus
Sommer 3     Winter 4
Europ. Zweifarbfledermaus
Vespertilio murinus
Sommer      
Rauhautfledermaus
Pipistrellus nathusii
    ja  
Europ. Wasserfledermaus
Myotis daubentonii
      Winter
Europ. Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
      Winter
Nordfledermaus
Eptesicus nilssonii
      Winter 2
Europ. Mopsfledermaus
Barbastella barbastellus
      Winter 5

 

Anmerkungen:
1: Kleine Bartfledermäuse und Brandt-Fledermäuse werden im Winter nicht
    unterschieden
2: Einzelfund
3: im Hochtaunuskreis nachgewiesen, aber nicht in unseren Nistkästen
4: Braune Langohren und Graue Langohren werden im Winter nicht unterschieden
5: ein totes Tier

Wochenstuben-Gesellschaften bilden sich ab Anfang April und lösen sich Ende August, wenn die Jungtiere selbständig sind, wieder auf.

Zwischenquartiere werden im späten Sommer und im Herbst bezogen. Bei den wanderenden Fledermausarten sind es Stationen auf dem Zug ins Winterquartier. Für die ortstreuen Arten können die Sommerquartiere auch als Zwischenquartier dienen.

In den Zwischenquartieren finden die Paarungen statt, bei manchen Arten auch im Winterquartier.

Weitere Informationen

Jahresbericht 2016 SDW  (3042 kbyte)

 

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Fledermausarten in Deutschland

In Deutschland kommen 24 Fledermausarten vor. 23 dieser Arten pflanzen sich in Deutschland fort. Von den Alpenfledermäusen wurden bisher nur einzelne Tiere gefunden, keine Wochenstuben.

Europäische Mopsfledermaus Barbastella barbastellus
Nordfledermaus Eptesicus nilssonii
Europäische Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus
Alpenfledermaus Hypsugo savii
Nymphenfledermaus Myotis alcathoe

Bechstein-Fledermaus Myotis bechsteinii
Brandt-Fledermaus Myotis brandtii
Teichfledermaus Myotis dasycneme
Europäische Wasserfledermaus Myotis daubentonii
Wimperfledermaus Myotis emarginatus

Großes Mausohr Myotis myotis
Kleine Bartfledermaus Myotis mystacinus
Europäische Fransenfledermaus Myotis nattereri
Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri
Großer Abendsegler Nyctalus noctula

Europäische Weißrandfledermaus Pipistrellus kuhlii
Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii
Europäische Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus
Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus
Braunes Langohr Plecotus auritus

Graues Langohr Plecotus austriacus
Große Hufeisennase Rhinolophus ferrumequinum
Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros
Europäische Zweifarbfledermaus Vespertilio murinus

Tiere halten sich bei ihren Wanderungen nicht an Staatsgrenzen. Fledermausarten, die in Nachbarländern vorkommen, tauchen sicher gelegentlich auch in Deutschland auf. Im folgenden Abschnitt sind sieben Arten genannt, mit denen man rechnen muss.

 

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Fledermausarten in Österreich und der Schweiz

In Österreich kommen 28 Fledermausarten vor. Es sind die 24 Arten, die auch in Deutschland vorkommen, und die folgenden 4 Arten.

Europäische Langflügelfledermaus Miniopterus schreibersii
Kleines Mausohr Myotis oxygnathus
Alpenlangohr Plecotus alpinus
Europäische Faltlippenfledermaus Tadarida teniotis

In der Schweiz kommen 30 Fledermausarten vor. Es sind 27 von den 28 Arten, die auch in Österreich vorkommen, und die folgenden 3 Arten. Die Teichfledermaus fehlt in der Schweiz.

Mittelmeer-Langfußfledermaus Myotis capaccinii
Riesenabendsegler Nyctalus lasiopterus
Mittelmeer-Hufeisennase Rhinolophus euryale

Einschränkend ist zu sagen, dass die Mittelmeer-Langfußfledermaus in der Roten Liste der Schweiz als ausgestorben oder verschollen bezeichnet wird.

Diese sieben Arten, die nicht in Deutschland, aber in der Schweiz oder Österreich angetroffen werden, sind am Mittelmeer zu Hause und erreichen zur Zeit in der Schweiz und in Österreich eine nördliche Grenze ihrer Verbreitung. Ausbreitung dieser Fledermäuse nach Deutschland ist vorstellbar.

Ein einzelner Riesenabendsegler ist vor einigen Jahren in Südbayern gefunden worden. Europäische Langflügelfledermäuse waren bis 1958 regelmäßige Wintergäste in Südbaden, bevor man sie dort durch Störungen im Winterquartier und Gifteinsätze in der Landwirtschaft vergraulte.

Es sieht so aus, als würden einige Fledermausarten ihren Lebensraum ausdehnen: aus Mittelmeerländern westlich oder östlich an den Hochalpen vorbei nach Norden. Alpenfledermaus und Europäische Weißrandfledermaus sind auf diesen Wegen bereits nach Süddeutschland vorgedrungen.

 

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Genetische Untersuchungen

Je nachdem, ob gelegentliche Besucher eingeschlossen werden oder nicht, wird die Zahl der Fledermausarten in Deutschland (oder einem beliebigen anderen Gebiet) verschieden angegeben. Es gibt aber noch einen anderen Grund für die unterschiedliche Länge von Artenlisten.

Molekulargenetische Untersuchungen haben dazu geführt, dass Arten zusammengelegt oder aufgespalten wurden. Interessant ist ein Vergleich zwischen Grzimeks Enzyklopädie der Säugetiere (1988) qu039 und Eurobats (2010). Zwei Arten sind zusammengelegt worden, neun Arten wurden aufgespalten.

Grzimek (1988) Eurobats (2010)
Eptesicus serotinus Europ. Breitflügelfledermaus
Isabellfledermaus
Eptesicus serotinus
Eptesicus isabellinus
Myotis daubentonii
Myotis nathalinae
Europ. Wasserfledermaus
Iberische Wasserfledermaus
Myotis daubentonii
Myotis blythii Kleines Mausohr
Punisches Mausohr
Myotis blythii (1)
Myotis punicus
Myotis mystacinus Kleine Bartfledermaus
Nymphenfledermaus
Steppenbartfledermaus
Armenische Bartfledermaus
Nepalische Bartfledermaus
Myotis mystacinus
Myotis alcathoe
Myotis aurascens
Myotis hajastanicus
Myotis nipalensis
Myotis nattereri Europ. Fransenfledermaus
Iberische Fransenfledermaus
Myotis nattereri
Myotis escalerai
Nyctalus leisleri Kleiner Abendsegler
Azorenabendsegler
Nyctalus leisleri
Nyctalus azoreum
Pipistrellus kuhlii Europ. Weißrandfledermaus
Madeirafledermaus
Pipistrellus kuhlii
Pipistrellus maderensis
Pipistrellus pipistrellus Europ. Zwergfledermaus
Libysche Zwergfledermaus
Mückenfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
Pipistrellus hanaki
Pipistrellus pygmaeus
Plecotus auritus Braunes Langohr
Alpenlangohr
Sardisches Langohr
Plecotus auritus
Plecotus macrobullaris (2)
Plecotus sardus
Plecotus austriacus Graues Langohr
Balkanlangohr
Kanarenlangohr
Plecotus austriacus
Plecotus kolombatovici
Plecotus teneriffae

 

Myotis nathalinae wurde 1977 von Yves Tupinier als Art beschrieben und von der Art Myotis daubentonii abgetrennt. Schon 1986 wurden Argumente gegen den Art-Status vorgebracht. Die Iberische Wasserfledermaus wurde dann 20 Jahre lang als Unterart (Myotis daubentonii nathalinae) der Europäischen Wasserfledermaus angesehen.

Neuere Untersuchungen haben dazu geführt, dass Myotis nathalinae heute wieder den Staus einer selbständigen Art hat. Das allerdings wird nicht von allen Fachleuten so gesehen.

(1) Myotis blythii wurde inzwischen weiter aufgespalten in Myothis blythii (Indisches Mausohr) und Myotis oxygnathus (Kleines Mausohr).

(2) Plecotus macrobullaris wurde inzwischen weiter aufgespalten in Plecotus macrobullaris (Kaukasisches Langohr) und Plecotus alpinus (Alpenlangohr).

 

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aktualisiert am 14. Juli 2015
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