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Biotope

Im Gebiet der Stadt Oberursel gibt es zwei Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete): der Oberurseler Stadtwald zusammen mit der Stierstädter Heide und die Hünerbergswiesen.

Streuobstwiesen sind zwar in erster Linie landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Wegen ihrer Artenvielfalt haben sie aber große Bedeutung für den Naturschutz.

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Stierstädter Heide und Oberurseler Stadtwald

Der Oberurseler Stadtwald ist ein Hainsimsen-Buchenwaldgebiet mit überwiegend mittelalten Eichen- und Buchenbeständen und kleinflächigen Borstgrasrasen an Waldrändern.

Der Oberurseler Stadtwald ist besonders schutzwürdig, weil er im Frühling Wochenstubenquartiere von Bechsteinfledermäusen beherbergt und weil diese Fledermäuse dort auch den Sommer verbringen.

Die FFH-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft stellt Bechsteinfledermäuse unter besonderen Schutz. Wo sie vorkommen, müssen Schutzgebiete ausgewiesen werden. Bechsteinmäuse sind selten in Deutschland.

Stierstädter Heide im Sommer Stierstädter Heide im Winter
Die Stierstädter Heide im Sommer und im Winter (Bilder: links Thomas Knepel qu033 rechts Ekkehard Beyer qu031)

Die Stierstädter Heide ist die größte noch erhaltene Heidefläche im Vortaunus. Auf der Internetseite der FFH-Gebiete Hessens ist der Stierstädter Heide zusammen mit dem Oberurseler Stadtwald ein Punkt westlich von Oberursel zugeordnet.

 

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Hünerbergswiesen

Das Naturschutzgebiet Hünerbergswiesen liegt nordwestlich des Oberurseler Stadtgebietes. Es ist eine ehemalige Waldweide, die nie gedüngt wurde. Es gibt hier Quellsümpfe und Pflanzengemeinschaften, die für nährstoffarme Orte typisch sind.

Hünerbergswiese
Hünerbergswiese bei Oberursel (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Zu den besonderen Arten, die auf den Hünerbergswiesen vorkommen, gehören Sauergräser:

Hartmanns Segge (Carex hartmanii)
Schuppenfrüchtige Gelbsegge (Carex lepidocarpa)

Orchideen und andere seltene Blumen:

Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride)
Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
Kleines Helmkraut (Scutellaria minor)
Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare)

Libellen:

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltoni)

Säugetiere:

Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)

Reptilien und Amphibien:

Ringelnatter (Natrix natrix)
Grasfrosch (Rana temporaria)

Auf der Internetseite der FFH-Gebiete Hessens ist den Hünerbergswiesen ein Punkt zwischen Oberursel und dem Großen Feldberg zugeordnet.

Weiter führende Informationen

Wikipedia Wiese

 

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Streuobstwiesen

Typisch für Streuobstwiesen ist die doppelte landwirtschaftliche Nutzung. Genutzt wird einerseits das Obst und andererseits die Fläche unter und zwischen den Bäumen. Diese Krautschicht kann direkt als Viehweide dienen oder sie wird gemäht und dient der Produktion von Heu als Viehfutter im Winter.

Blühende Streuobstwiese
Streuobstwiese bei Tübingen (Bild: Ulrich Tichy qu065)

Streuobstwiesen sind zwar von Menschen geschaffene Gebiete, sie sind aber gleichzeitig für viele Tierarten attraktiv.

Die Attraktivität erhöht sich noch, wenn diese Wiesen an Hecken angrenzen.

Die Artenvielfalt auf Streuobstwiesen ist sehr hoch. Streuobstwiesen sind Lebensraum für über 4000 Tierarten.

Am auffälligsten sind die Vögel. Auch seltene Vögel kann man hier sehen. In Süddeutschland gibt es Streuobstwiesen, die zu Vogelschutzgebieten erklärt wurden. Typische Bewohner oder regelmäßige Besucher sind:

Steinkauz (Athene noctua)
Stieglitz (Carduelis carduelis)
Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla)
Buntspecht (Dendrocopos major)
Mittelspecht (Dendrocopos medius)
Kleinspecht (Dendrocopos minor)
Ortolan (Emberiza hortulana)
Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis)
Neuntöter (Lanius collurio)
Rotkopfwürger (Lanius senator)
Pirol (Oriolus oriolus)
Sumpfmeise (Palus palustris)
Feldsperling (Passer montanus)
Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
Grauspecht (Picus canus)
Grünspecht (Picus viridis)
Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
Wiedehopf (Upupa epops)

Natürlich kommen nicht alle hier aufgezählten Vögel in jeder Streuobstwiese vor. Wenn diese Vögel aber überhaupt in der Gegend leben, werden sie vorhandene Streuobstwiesen nicht unbesucht lassen.

Hecke
Hecke am Rand einer Streuobstwiese (Bild: Thomas
Knepel qu033)

Die große Anziehungskraft der Streuobstwiesen auf Vögel hängt mit ihrem Reichtum an Insekten und anderen kleinen Tieren zusammen (Spinnen, Würmer, Schnecken).

Entscheidend für diesen Reichtum an Kleinlebewesen ist, dass auf den Einsatz von chemischen Mitteln zu Bekämpfung von Insekten verzichtet wird.

Von dem guten Angebot an Nahrung profitieren auch Igel, Reptilien (Eidechsen, Blindschleichen) und Amphibien (Frösche, Kröten).

In alten Obstbäumen bilden sich oft natürliche Höhlen. Diese Baumhöhlen sind interessant für Siebenschläfer und höhlenbrütende Vögel. Auch als Sommerquartier für Fledermäuse kommen sie in Frage.

Natürliche Höhle in einem Obstbaum
Höhle in einem alten Obstbaum (Bild: Ekkehard Beyer
qu031)

Auf Streuobstwiesen wird die Natur extensiv genutzt. Auf einem Hektar wachsen 60 bis 120 Hochstamm-Bäume.

Die intensive Form des Obstanbaus ist die in den Obstplantagen, wo man in Monokulturen auf einem Hektar 2000 bis 3000 Niederstamm-Bäume findet.

Es gibt einen weiteren großen Unterschied zwischen Obstplantagen und Streuobstwiesen.

Während in Obstplantagen nur wenige Apfelsorten angebaut werden, sind es auf Streuobstwiesen in Deutschland rund 1500, in ganz Mitteleuropa sogar 3000. Ähnlich sieht es bei den anderen Obstsorten aus.

Diese Sorten wurden fast alle vor der Einführung der künstlichen Düngung und der chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel gezüchtet. Sie zeichnen sich aus durch hohe Widerstandskraft gegenüber Schädlingen und sind gut angepasst an die lokalen klimatischen Verhälnisse und die Beschaffenheit des Bodens.

Obstplantage
Obstbaumplantage mit Niederstämmen (Bild: Ekkehard
Beyer qu031)

Die Vielfalt von Obstsorten bedeutet eine Vielfalt von Genen. Streuobstwiesen sind ein wertvolles genetisches Reservoir.

Trotzdem verschwinden ständig Streuobstwiesen. Im Jahr 1950 gab es in Deutschland Streuobstwiesen auf einer Fläche von 1.500.000 Hektar, im Jahr 2010 nur noch auf rund 360.000 Hektar.

Streuobstwiesen stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Biotope.

Sie sind vor allem gefährdet durch Rodung der Bäume und dem nachfolgendem Anbau von niederstämmigen Obst-Monokulturen und durch die Umwandlung der Wiesen in Bauland.

Streuobstwiesen brauchen Pflege. Aber mancher Eigentümer hat das Interesse an seiner Wiese verloren. Hier setzt die Arbeit von Naturschutzgruppen an. Die Wiesen werden durch Mähen vor Verbuschung geschützt. Die Bäume werden in Abständen von einigen Jahren beschnitten. Für abgestorbene Bäume werden junge nachgepflanzt. Die Ernte und die Verwertung des Obstes werden organisiert.

 

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aktualisiert am 18. Mai 2014
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