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Berichte aus 2015

Hier sind die aktuellen Berichte der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel aus dem Jahr 2015. Die Verweise auf Stellen im Internet außerhalb unseres eigenen Internet-Angebots funktionieren möglicherweise nicht mehr alle.

 


Menschen brauchen Bäume

Die Süddeutsche Zeitung meldete vor einigen Wochen, dass in Stadtgebieten mit Bäumen die Kriminalität statistisch gesehen deutlich niedriger ist als in Stadtgebieten ohne Bäume.

Sörche auf Wiese
Bäume im Herbst (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Wie dieses Ergebnis berechnet wurde, hat die Zeitung nicht mitgeteilt.

Vielleicht hängt es einfach damit zusammen, dass in baumreichen Stadtgebieten weniger Menschen auf einem Quadratkilometer leben als in Hochhaussiedlungen.

Vielleicht hat die niedrige Kriminalität aber eine weitere Ursache: viele Menschen haben schon berichtet, dass sie innerlich ruhiger werden, wenn sie auf Bäume blicken.

Im Winter, wenn die Laubbäume ihre Blätter abgeworfen haben, lädt der Anblick von Bäumen manchmal geradezu zur Meditation ein. Es gibt Zahnärzte, die die beruhigende Wirkung von Bäumen nutzen: sie lassen ihre Patienten einige Minuten vor einer längeren Behandlung auf einem großen Bildschirm Bäume betrachten, auch Fischschwärme, Schwärme von Staren, und dann wieder Bäume.

zwei fliegende Störche
Bäume im Winter am Bodensee (Bild:
Ekkehard Beyer qu031)

Weihnachtsbäume sollen hier nicht zum Thema gemacht werden, obwohl es in die Jahreszeit passen würde. Auch außerhalb der Weihnachtszeit ist der praktische Nutzen von Bäumen bekannt.

Wir verwenden das Holz der Bäume. Bäume verhindern, dass in Hanglagen die Erde ins Rutschen kommt. Wälder verhindern den schnellen Abfluss von Regenwasser, mildern Hochwasser und sorgen für die Bildung von Grundwasser.

Bäume brauchen keine Menschen, aber Menschen brauchen Bäume, und trotzdem behandeln wir Wälder nicht immer so, wie es wünschenswert wäre.

Der hessische Waldzustandsbericht 2015 berichtet von einer angespannten Situation bei den Wäldern in der Rhein-Main-Ebene. Bei jüngeren Bäumen (alle Baumarten) wurde eine Kronenverlichtung von 17 % festgestellt. Nach wie vor problematisch ist die übermäßige Entnahme von Grundwasser im Hessischen Ried.

Ausführliche Informationen zum Zustand der hessischen Wälder:

Hessischer Waldzustandsbericht 2015
Proplanta zum Waldzustandsbericht 2015
SDW Hessen zum Waldzustandsbericht 2015  (106 kbyte)
SDW Hessen zum Hessischen Ried Juli 2015  (85 kbyte)

Auch Vögel brauchen Bäume. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Das unten stehende Bild wurde aufgenommen in der Mittagszeit, als die Sonne es endlich geschafft hatte, durch den Nebel zu brechen.

Sörche auf Wiese
Krähen auf einer Birke (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Man sieht noch Reste des Nebels vor dem blauen Himmel.

Es wäre ein Irrtum, wenn man denkt, dass die Rabenkrähen auf abgestorbenen Zweigen der Kiefer sitzen.

Nein. Sie sitzen auf kahlen Zweigen der Birke, die ummittelbar hinter der Kiefer steht.

Vögel haben jetzt eine schwere Zeit. Der Frost ist noch nicht gekommen, aber Futtermangel besteht trotzdem. Es ist schon vielfach berichtet worden, dass die überzogen intensive Landwirtschaft den Vögeln kaum noch Samen von Wildpflanzen als Nahrung in der kalten Jahreszeit übrig lässt. Helfen Sie und füttern Sie ein bisschen! (7. Dezember 2015)

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Zum Biber bei Ilbenstadt

Am Nachmittag des 3. Oktober 2015 um 15:00 Uhr kann man an einer besonderen Führung teilnehmen. Es geht zum Biberrevier bei Ilbenstadt in der Wetterau. Der Treffunkt ist in Ilbenstadt am Spielplatz in der Karbener Straße.

Biber, schwimmend
Europäischer Biber (Castor fiber) (Bild: Per Harald Olsen
qu137)

Biber wurden im Mittelalter stark gejagt. Als im Wasser lebende Tiere wurden sie von katholischen Mönchen wie Fische behandelt, die man in der Fastenzeit essen durfte.

Im Jahr 1526 wurde der letzte Biber in Hessen an der Gersprenz im Odenwald gesehen.

Zwischen 1985 und 1990 wurden im Spessart 18 Biber ausgewildert. Sie haben sich gut eingelebt. Heute gibt es in Hessen wieder über 300 Biber, einige auch in der Wetterau bei Ilbenstadt.

Biber leben in Familien, die aus den Eltern, den einjährigen und den zweijährigen Jungtieren bestehen. Wenn die jungen Biber im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif werden, verlassen sie die Familie und suchen sich ein eigenes Revier.

Faszinierend ist die Intelligenz der Biber. Sie gestalten planmäßig die Landschaft, indem sie Bäche zu kleinen Seen aufstauen. Sie schaffen dadurch Lebensraum nicht nur für sich selbst, sondern auch für Amphibien und andere Tiere, die vorwiegend in Feuchtgebieten leben. Mehr über Biber findet man bei Wikipedia.

von Bibern gefällte Bäume von Bibern gebauter Damm
Links: von einem Biber gefällte Bäume im Wollmatinger Ried am Bodensee (Bild: Ekkehard Beyer qu031), Rechts: von Bibern gebauter Damm, leider haben Menschen dort ihren Müll hingeworfen (Bild: DerHHO qu138)

Die beiden Kartenausschnitte sollen als Wegbeschreibung dienen. Die Führung beginnt um 15:00 Uhr auf dem Spielplatz an der Karbener Straße im Nordwesten des Ortes und dauert etwa zwei Stunden.

Karte der Wetterau Karte von Ilbenstadt
Links: Ilbenstadt findet man auf der Karte rechts von der Mitte - Rechts: Ilbenstadt (Grafiken: Ekkehard Beyer nach Daten von OpenStreetMap qu139)

Diese Führung ist nicht kostenlos. Erwachsene bezahlen 5 Euro, Kinder 3 Euro. Mit dem Geld finanziert die Umweltwerkstatt Wetterau ihre Arbeit. (30. September 2015)

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Eine Stunde für die Stierstädter Heide

Bei der Heideaktion am 26. September 2015 wollen wir wieder einmal Teilflächen der Stierstädter Heide von jungen Kiefern und jungen Birken befreien.

junge Kiefern zwischen Heidekraut blühende Heide
Links: die immergrünen jungen Kiefern heben sich im Winter gut ab vom Heidekraut (Bild: Ekkehard Beyer qu031), Rechts: blühende Heide im Hochsommer (Bild: Thomas Knepel qu033)

Helfen Sie mit, das größte noch existierende Heidegebiet südlich des Taunuskamms zu erhalten. Zwischen 9:30 und 16:00 Uhr sind wir da. Man muss nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Eine Stunde leichte körperliche Arbeit an der frischen Luft ist gut für die Gesundheit und gut für die Heide, ihre Käfer, ihre Schmetterlinge und ihre Fledermäuse.

Heidepflege ist Handarbeit. Unsere kleine Gruppe von Aktiven braucht dabei dringend Unterstützung. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei dieser Heideaktion mitmachen. Hintergründe und Einzelheiten findet man auf dem Blatt Eine Stunde für die Stierstädter Heide.  (981 kbyte) (4. September 2015)

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Europäische Fledermausnacht

Die Nacht vom 29. zum 30. August ist in diesem Jahr die Europäische Fledermausnacht. An vielen Orten in Europa bieten Naturschutzgruppen zwischen Mitte Juli und Anfang September abendliche Veranstaltungen an, bei denen man Fledermäuse in der Natur beobachten kann.

Fliegende Bechsteinfledermäuse Bechsteinfledermaus
Links: Bechsteinfledermäuse suchen Insekten nah an den Bäumen (Bild: Dietmar Nill qu134) - Rechts: eine weibliche Bechsteinfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu033)

Ende August ist in Mitteleuropa die Zahl der abends und nachts jagenden Fledermäuse besonders groß. Die Jungtiere, die in der ersten Junihälfte geboren wurden, sind nun selbständig. Sie können schon seit ein paar Wochen fliegen und haben das Jagen gelernt, wohnten aber bisher noch bei ihren Müttern.

Die Leistung der Fledermaus-Mütter ist enorm. Die Jungtiere sind schon bei der Geburt halb so schwer wie die Mutter. Dann werden die Kleinen vier Wochen lang intensiv gesäugt, sie leben in dieser Zeit nur von der Muttermilch.

Kleine Bartfledermaus in Hand Großes Mausohr
Links: eine Kleine Bartfledermaus, mit zusammengelegten Flügeln sind die Tiere winzig (Bild: Markus Nolf qu001) - Rechts: ein altes Großes Mausohr (Bild: Manuel Werner qu010)

Die schwierigste Zeit in der Entwicklung der jungen Fledermäuse sind die Nächte Ende Juli oder Anfang August, in denen sie zum ersten Mal allein auf Jagd gehen. Nicht allen Jungtieren gelingt es, diese Hürde in ihrer Entwicklung zu nehmen.

Bei Fransenfledermäusen und Wimperfledermäusen begleiten die Mütter ihre Jungen beim ersten Ausflug. Junge Abendsegler dagegen müssen das Jagen ganz allein lernen. Es dauert einige Nächte, bis die jungen Fledermäuse erfolgreich jagen.

Man hat Jungtiere systematisch beim Ausflug und bei der Rückkehr ins Quartier gefangen, gewogen und wieder frei gelassen. In den ersten drei Nächten kamen die Jungtiere leichter zurück, sie hatten also nichts oder nur sehr wenig gefangen. Erst in der vierten oder fünften Nacht kamen sie 2 g schwerer zurück, sie hatten also erfolgreich gejagt.

Wochenstube von Braunen Langohren Europäische Zwergfledermaus
Links: Wochenstube von Braunen Langohren in einem Vogelnistkasten, man sieht unten noch das Vogelnest (Bild: Thomas Knepel qu033) - Rechts: Europäische Zwergfledermaus (Bild: Manuel Werner qu013)

Wenn man bedenkt, dass bei den meisten einheimischen Fledermausarten die Weibchen nur einmal im Jahr ein Junges bekommen, von denen nicht alle die ersten drei Monate überleben, versteht man, warum diese Tiere unter besonderen Schutz gestellt wurden, um sie vor dem Aussterben zu bewahren.

In Deutschland wurden in den letzten Jahren 24 Fledermausarten beobachtet. 12 davon kann man im Taunus, im Vortaunusgebiet und in der Wetterau antreffen, natürlich nicht alle am selben Ort:

Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)
Europäische Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Europäische Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Europäische Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)
Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Graues Langohr (Plecotus austriacus)

Diese 12 Fledermausarten sind einigermaßen ortstreu. Sie verbringen den Winter in der Gegend, in der sie auch im Sommer leben. Von den ziehenden Fledermäusen, die ähnlich wie Zugvögel den Winter weiter südlich verbringen, sind es vor allem zwei Arten, die im August oder Anfang September im Taunus und in der Wetterau auf der Durchreise angetroffen werden können:

Europäische Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Europäische Zweifarbfledermaus Europäische Fransenfledermaus Links: Europäische Zweifarbfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu033) - Rechts: Europäische Fransenfledermaus (Bild: Armin Kübelbeck qu133)

Die Veranstaltungen zur Europäischen Fledermausnacht lenken den Blick auf eine artenreiche, höchst gefährdete Gruppe von Tieren, die im biologischen Gleichgewicht der Natur eine wichtige Rolle spielen. Unsere einheimischen Fledermäuse setzen nachts fort, was die Singvögel am Tag tun: sie befreien uns von unzähligen Insekten.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine einzelne Fledermaus in einer Nacht 1000 Mücken fängt. Wir sollten uns bedanken, und wir sollten die Lebensbedingungen der Fledermäuse verbessern.

Sie brauchen Wohngebiete, Jagdgebiete, ein ausreichendes Nahrungsangebot und Schlafplätze für den Winter. Mehr über Fledermäuse finden man auf unseren Fledermaus-Seiten. (24. August 2015)

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Jahresbericht 2014 der SDW Oberursel

Die farbige Version des Jahresberichts 2014  (3907 kbyte) der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel ist erschienen.

Titelbild Jahresbericht 2014 der SDW Oberursel
(Bild: SDW Oberursel qu064)

Auf 40 Seiten beschreibt der Bericht mit 48 farbigen Abbildungen und 9 Tabellen die Naturschutzprojekte der SDW Oberursel:

Nistkästen als künstliche Höhlen
Höhlenbrütende Vögel, Säugetiere und Insekten
Fledermäuse
Stierstädter Heide
Streuobstwiesen und Hecken

Besonders ausführlich wird informiert über die Wald bewohnenden Fledermäuse im Hochtaunuskreis, die Entwicklung ihres Bestandes und Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Auf drei Karten ist dokumentiert, wie sich die Stierstädter Heide seit 1994 durch gezielte Pflegemaßnahmen erholt hat.

Der Jahresbericht beschreibt die Naturschutzarbeiten und die Erfassung biorelevanter Daten im Hochtaunuskreis. Berichte über weitere Aktivitäten der SDW Oberursel im Jahr 2014 findet man in unserem Archiv.

Den Jahresbericht kann man sich ausdrucken oder am Bildschirm lesen. (14. Juli 2015)

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Bilder vom Tag der offenen Tür

Ein Schwerpunkt an unserem diesjährigen Tag der offenen Tür war die Ausstellung, die über unsere verschiedenen Naturschutzprojekte informiert. Wir hoffen, dass der eine Besucher oder die andere Besucherin Lust bekommt, aktiv mitzumachen.

Ausstellung erwartungsvolle Blicke
Links: die Austellung zu unseren Naturschutzprojekten. - Rechts: ein sehr interessiertes Publikum beobachtet das Kistenklettern (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Ausstellung Kistenklettern Kistenklettern
Links: ein Teil der Ausstellung (Fledermäuse im Winterquartier). - Mitte und rechts: beim Kistenklettern (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Schaukeln am Seil Schaukeln am Seil
Wenn der Turm mit den Kisten umgefallen ist, kann man noch ein bisschen am Seil schaukeln, bevor man runter gelassen wird (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Kuchentheke Grill
Links: das Kuchenbüffet. - Rechts: später am Nachmittag: Vorbereitung zum Grillen (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Feuerstelle Zelt der Waldjugend
Links: Man sieht an der Kleidung der Besucher, dass es nicht besonders warm war. - Rechts: vor dem Zelt der Waldjugend (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

In unserer Ausstellung haben wir besonders die Pflege der Stierstädter Heide hervorgehoben. Das hat einen Grund. Heidepflege ist Handarbeit. Unsere kleine Gruppe von Aktiven braucht dabei dringend Unterstützung. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei unserer nächsten Heideaktion am 26. September 2015 mitmachen. Hintergründe und Einzelheiten findet man auf dem Blatt Eine Stunde für die Stierstädter Heide.  (981 kbyte)

Eine Anmerkung des Redakteurs: Ich habe es nicht geschafft, alle hier abgebildeten Menschen zu fragen, ob sie mit der Veröffentlichung ihres Bildes einverstanden sind. Wenn jemand nicht will, dass sein Bild in der hier gezeigten Weise erscheint, genügt ein Email an die im Impressum angegebenene Adresse. Das Bild wird dann so schnell wie möglich entfernt. (7. Juli 2015)

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Einladung zum Tag der Offenen Tür

der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Waldjugend Oberursel am

Samstag (20. Juni 2015)

von 15:00 bis 20:00 Uhr auf dem SDW-Gelände im Maasgrund in Oberursel (Wegbeschreibung)  (137 kbyte)

Vogelnester Hütte der Waldjugend Oberursel
Vogelnest-Ausstellung - Die Hütte der Waldjugend (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Kinderprogramm ab 15:00 Uhr
Fledermaus- und Vogelführung ab 16:00 Uhr
Abendliches Feuer ab 19:00 Uhr

Eine kleine Ausstellung informiert über unsere Naturschutz-Projekte. Für Essen und Trinken ist gesorgt. (12. Juni 2015)

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Bilder vom Familienwaldspaziergang am 2. Mai

Wenn ich Kinder im Wald sehe, denke ich oft an das 2008 erschiene Buch "Last Child in the Woods" des Amerikaners Richard Louv (deutsche Übersetzung "Das letzte Kind im Wald" 2011 qu047).

Louv weist in seinem Buch darauf hin, dass Kinder heute den größten Teil ihrer Zeit vor Bildschirmen und in geschlossenen Räumen verbringen. Immer seltener kommen sie mit realer Natur in Berührung. Louv warnt vor einer "Naturdefizitstörung". Zeichen dieser Störung sind Fettleibigkeit, hoher Blutdruck und Depressionen bei Kindern, die mit Medikamenten behandelt werden.

Erfreulich vor diesem Hintergrund war bei unserem Familienwaldspaziergang die große Zahl von Kindern, die sich bunt von den verschiedenen Tönen von Grün des späten Frühlings absetzten.

SDW-Haus im Maasgrund Beginn des Familienwaldspaziergangs
Links: auf dem SDW-Geände im Maasgrund am Rand des Oberurseler Stadtwaldes - vor dem Haus sind schon Kuchen und Getränke für die Stärkung nach der Wanderung aufgebaut - Rechts: auf dem Wiesenweg im oberen Maasgrund (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Bach im Maasgrund Reiter Doppelbaum
Links: dieser schmale Bach ist einer der Zuflüsse des Massgrund-Weihers - Mitte: unerwartete Begegnung mit einem Cowboy - Rechts: das sieht man nicht oft: ein Nadelbaum und ein Laubbaum sind an der Basis zusammengewachsen. (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Warten auf die Kinderwagen Kinderwagen
Links: die zwei warten auf die Kinderwagen, die auf dem als kinderwagenfreundlich angekündigten Weg doch nur langsam vorankamen - Rechts: während einer kleinen Pause bei den Kinderwagen (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Quelle des Massgrund-Bachs Kuchen nach der Wanderung
Links: am Roten Born, der Quelle des Maasgrund-Bachs - Rechts: nach der Wanderung (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Unsere nächste Waldführung findet statt an unserem nächsten Tag der offenen Tür am 20. Juni 2015. Schwerpunkt der Führung sind Vögel und Fledermäuse in ihrem natürlichen Lebensraum.

Mehr über den am Anfang erwähnten Richard Louv findet man bei dem von ihm mitgegründeten children and nature network (englisch), speziell auf der Seite Board of Directors (englisch).

Eine Anmerkung des Redakteurs: Ich habe es nicht geschafft, alle hier abgebildeten Menschen zu fragen, ob sie mit der Veröffentlichung ihres Bildes einverstanden sind. Wenn jemand nicht will, dass sein Bild in der hier gezeigten Weise erscheint, genügt ein Email an die im Impressum angegebenene Adresse. Das Bild wird dann so schnell wie möglich entfernt. (Bericht: Ekkehard Beyer) (6. Mai 2015)

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Stunde der Gartenvögel

Eichelhäher brüten in ganz Europa, sie fehlen nur in Island und im Norden Skandinaviens. Sie haben ungefähr die Größe von Tauben und sind mit ihrem bunten Gefieder von weitem zu erkennen.

Eichelhäher
Eichelhäher (Garrulus glandarius) (Bild: Herwig Winter
qu136)

Eichelhäher brüten in Laub- oder Mischwäldern, auch in Feldgehölzen, großen Gärten mit älteren Bäumen und in Parks.

Im Herbst kann man beobachten, wie Eichelhäher zwischen Eichen und einem nahen Waldstück hin und her fliegen. Bei diesen Flügen transportieren sie Eicheln, die sie als Nahrung für den Winter einzeln im Wald vergraben.

Natürlich finden sie nicht alle ihre Verstecke wieder. Die nicht gefundenen Eicheln keimen und wachsen zu neuen Eichen heran, und wenn die jungen Bäumchen nicht von Rehen oder Hirschen gefressen werden, hat der Eichelhäher mitgeholfen, dass künftigen Eichelhäher-Generationen die Nahrung nicht ausgeht.

In Deutschland ist überall die Zahl der Eichelhäher stabil. Das bestätigen unter anderem die jährlichen Zählungen von NABU im Winter und im Frühling. Vom 8. bis zum 10. Mai können Sie wieder in einer Stunde der Gartenvögel mitzählen. (5. Mai 2015)

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Familienwaldspaziergang am 2. Mai

Zu einem frühlingshaften Familienwaldspaziergang lädt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel am Samstag (2. Mai 2015) alle interessieren Waldfreunde ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der SDW-Hütte im oberen Maasgrund in Oberursel (Wegbeschreibung)  (137 kbyte).

im Oberurseler Stadtwald
Buchen im Oberurseler Stadtwald (Bild: Ekkehard Beyer
qu031)

Die kleine Wanderung wird unter fachkundiger Führung von Waldpädagogin Tanja Cancer und Forstassessor Christoph von Eisenhart Rothe durch ökologisch interessante Bereiche des Oberurseler Stadtwaldes führen und etwa zwei Stunden dauern.

Tanja Cancer wird ein kleines waldpädagogisches Angebot für Kinder anbieten.

Christoph von Eisenhart Rothe wird auf die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die ökologischen und sozialen Funktionen des Oberurseler Waldes sowie Besonderheiten - wie beispielsweise die Esskastanie - eingehen.

Teilnehmen kann jeder. Festes Schuhwerk und dem entsprechenden Wetter angepasste Kleidung sind notwendig. Der Weg ist kinderwagentauglich. Nach der Führung besteht die Möglichkeit an der SDW Hütte einen Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen. Die Teilnahme an der Führung kostet nichts. (28. April 2015)

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Bilder von der Heideaktion am 7. März

Nur die Kätzchen an den Büschen zeigen, dass der Frühling kommt. Es war ziemlich kühl. Bei körperlichen Arbeiten im Freien stört das nicht. Im Gegenteil, man kommt nicht so leicht ins Schwitzen.

Rand der Stierstädter Heide
Am Rand der Stierstädter Heide - links Flächen mit Heidekraut (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Junge Kiefern zwischen Heidekraut Kiefern-Zapfen
Links: junge Kiefern zwischen Heidekraut - Rechts: der Ursprung der Probleme: reife Kiefernzapfen an einem Baum am Rand der Heide (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Große Kiefern werden ausgehackt Kleine Kiefern werden ausgerissen
Links: die größeren Kiefern werden abgehackt - Rechts: bei den kleineren Kiefern kann man die Erde lockern und die Pflanzen dann herausziehen, bücken muss man sich bei beiden Methoden (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Brombeerranken Handarbeit mit Hacke
Links: Auch Brombeerranken werden entfernt. - Rechts: auch hier werden Kiefern bekämpft (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Häcksler im Betrieb Ehemaliger Baumstumpf
Links: auf einer Teilfläche haben wir abgeplaggt, nach dem Entfernen der oberen Bodenschicht verjüngt sich die Heide von selbst. - Rechts: ein Teil der Stierstädter Heide, der schon im vergangenen Jahr von jungen Kiefern und Birken befreit wurde (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Rand der Stierstädter Heide
Sie hat nicht mitgehackt. Wenn es nach ihr ginge, würde alles so bleiben wie es ist (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Unserer nächste Heideaktion ist am 26. September, weitere Aktionen sind geplant für den 10. Oktober und den 7. November. Wir hoffen auf zahlreiche Helferinnen und Helfer. (10. März 2015)

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Einladung zur Heideaktion am 7. März

Bei der Heideaktion am 7. März wollen wir wieder einmal Teilflächen der Stierstädter Heide von jungen Kiefern und jungen Birken befreien.

junge Kiefern zwischen Heidekraut blühende Heide
Links: die immergrünen jungen Kiefern heben sich im Winter gut ab vom Heidekraut (Bild: Ekkehard Beyer qu031), Rechts: blühende Heide im Hochsommer (Bild: Thomas Knepel qu033)

Helfen Sie mit, das größte noch existierende Heidegebiet südlich des Taunuskamms zu erhalten. Zwischen 9:30 und 16:00 Uhr sind wir da. Man muss nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Eine Stunde leichte körperliche Arbeit an der frischen Luft ist gut für die Gesundheit und gut für die Heide, ihre Käfer, ihre Schmetterlinge und ihre Fledermäuse. (1. März 2015)

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Fledermäuse im Winterquartier

An vier bis fünf Samstagen im Januar und Februar kontrollieren wir jedes Jahr die rund 40 bekannten Fledermaus-Winterquartiere im Hochtaunuskreis. Dazu gehören ehemalige Bergwerks- oder Wassergewinnungsstollen und die Burg Königstein.

Decke, Wände und Spalten des Quartiers werden mit Taschenlampen nach Fledermäusen abgesucht, die Fledermausart wird bestimmt, der Hangplatz wird markiert und der Fund wird protokolliert. Die Ergebnisse werden jedes Jahr im Jahresbericht veröffentlicht.

Große Mausohren im Winterschlaf Große Mausohren im Winterschlaf
Große Mausohren (Myotis myotis) im Winterschlaf (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Bei manchen Fledermausarten hängen die Tiere im Winterschlaf immer einzeln. Große Mausohren sind gesellig. Sie hängen gern in Gruppen. Im linken Bild zeigen drei Tiere ihren weißen Bauch. Rechts sind es so viele, dass das Zählen nicht ganz einfach ist.

Die hellen Punkte auf dem Fell sind Tautropfen. Sie zeigen einerseits die hohe Luftfeuchtigkeit an, andererseits die niedrige Körpertemperatur der Tiere. Sie liegt nur wenig über der Lufttemperatur, in diesem Stollen etwa 9°C.

Langohr im Winterschlaf Bechsteinfledermäuse im Winterschlaf
Links: ein Langohr schläft in einer Spalte (Bild: Guido Gerling qu017) - Rechts: Bechstein- fledermäuse im Winterschlaf (Bild: Thomas Knepel qu033)

Bei einer Winterkontrolle eine fliegende Fledermaus zu erleben, ist ein sehr seltenes Ereignis, aber es kommt vor. Es ist beobachtet worden, dass Fledermäuse ohne erkennbare äußere Ursache aus dem Winterschlaf aufwachen, sich einen anderen Schlafplatz suchen und wieder einschlafen.

Wenn die Temperaturen es in einem milden Winter zulassen, verlassen die Tiere auch vorübergehend die Höhle oder den Stollen, in dem sie überwintern. Möglicherweise gibt es ja draußen etwas zu essen. Langflügelfledermäuse wechseln sogar mitten im Winter das Quartier. (8. Februar 2015)

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Vögel im Winter

In Gebieten, die nicht von intensiver Landwirtschaft ausgeräumt worden sind, kommen Vögel in frostfreien Zeiten des Winters ganz gut zurecht. Das linke Bild zeigt eine Gruppe von Silberreihern am Kühkopf, einem hessischen Naturschutzgebiet am Rhein. Rechts ruhen sich Tafelenten im Dezember auf dem Bodensee aus.

Silberreiher Tafelente
Links: Silberreiher, Rechts: Tafelenten (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Im ländlichen Raum werden die Vögel immer weniger. In der Vogelwarte Radolfzell hat man zwischen 1972 und 2005 eine durchschnittliche Abnahme der gefangenen Vögel von einem Prozent pro Jahr festgestellt. Insgesamt bedeutet das eine Abnahme von 29 Prozent.

Die Vogelwarte Radolfzell hat 50 Jahre lang die Vogelwelt im Gebiet des süddeutschen Dorfes Möggingen beobachtet. Von früher 110 verschiedenen Vogelarten brüten 38 nicht mehr dort oder nur noch sehr unregelmäßig. Die Zahl der Vögel ist auf einer Untersuchungsfläche von 4 km2 in 50 Jahren von rund 3300 auf 2100 zurückgegangen.

Kleiber Weidenmeise
Links: Kleiber und Kohlmeise an einer Futtersäule, Rechts: Weidenmeise und Blaumeise (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Die hauptsächliche Ursache dafür ist die Verschlechterung des Lebensraums. Die verfügbare Nahrung hat dort enorm abgenommen, beispielsweise bei Heuschrecken um 90 %, bei Pflanzensamen um fast 100 %.

Wenn wir Vögel auch in schneearmen Wintern füttern, gleichen wir ein wenig aus, was die intensive Landwirtschaft den Tieren als Lebensgrundlage nimmt. In einigen Gegenden hat man gute Erfahrungen mit einer ganzjährigen Zufütterung gemacht.

Peter Berthold und Gabriele Mohr von der Vogelwarte Radolfzell am Bodensee haben Informationen zusammen getragen und mit vielen Bildern und praktischen Tipps in dem unten gezeigten Buch veröffentlicht. Auch wenn man ihrer Empfehlung, Vögel ganzjährig zu füttern, nicht folgt, ist das Buch eine wertvolle Informationsquelle.

Kernbeisser und Amsel Buch
Links: Kernbeißer und Amsel in der Nähe einer Futterstelle (Bild: Ekkehard Beyer qu031) - Rechts: qu046

Vom 9. bis zum 11. Januar ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wieder auf, in einer Stunde der Wintervögel Vögel zu beobachten, zu zählen und zu berichten. Die Ergebnisse der Zählung werden wie jedes Jahr Ende Januar veröffentlicht. (2. Januar 2015)

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aktualisiert am 11. Mai 2016
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