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Berichte aus 2014

Hier sind die aktuellen Berichte der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel aus dem Jahr 2014. Die Verweise auf Stellen im Internet außerhalb unseres eigenen Internet-Angebots funktionieren möglicherweise nicht mehr alle.

 


Nicht alle fliegen nach Afrika

Mitte August verlassen Weißstörche normalerweise Mitteleuropa. Zuerst fliegen die jungen Störche, eine Woche später die Eltern. Wenn es Ende August viel regnet, verschieben mache erfahrene Störche den Start auf Anfang September.

Sörche auf Wiese
Weißstörche in Süddeutschland, an einem 16. September
(Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Wenn man aber in der zweiten Septemberhälfte in Deutschland Störche auf einer Wiese sieht, kann man sicher sein: die bleiben hier.

Die vier Weißstörche links im Bild wurden angetroffen in der Nähe eines Storchenzentrums bei Salem, 5 km vom Bodensee entfernt.

Die Tiere leben dort völlig frei. Es gibt keine Volieren. Die Unterstützung, die die Tiere erhalten, besteht in der Bereitstellung von Nistmöglichkeiten und der Zufütterung mit Eintagsküken. Nun könnte man meinen, die Vögel werden verwöhnt und suchen selbst nicht mehr nach Nahrung. Stimmt nicht. Durch die Zufütterung wird nur erreicht, dass mehr junge Störche das Erwachsenenalter erreichen.

Ein Teil der Salemer Störche bricht in der zweiten Augusthälfte auf zum Flug nach Afrika. Einige bleiben. In Münsterland beobachtet man seit einigen Jahren Störche, die im Winter hier bleiben und ohne Zufütterung genug Nahrung finden. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Winter in Deutschland durchschnittlich wärmer geworden sind.

zwei fliegende Störche
Weißstörche sind gute Segelflieger (Bild:
Ekkehard Beyer qu031)

In Schleswig-Holstein hat der dortige NABU auch in diesem Sommer wieder Störche mit Sendern ausgestattet. Man kann den Zug der Störche auf einer Landkarte im Internet verfolgen.

Früher nahm man an, dass die Störche westlich der Linie Augsburg - Nürnberg - Göttingen - Osnabrück - Groningen (Niederlande) über Frankreich und Gibraltar nach Westafrika ziehen und die Störche östlich dieser Linie über Istanbul, die Sinai-Halbinsel und das Niltal nach Ostafrika.

Die Sender-Störche des NABU haben gezeigt, dass das so nicht stimmt. Von den sechs Störchen, die in Schleswig-Holstein gestartet sind, nehmen nur vier den östlichen Weg über die Türkei, zwei fliegen über Spanien und Gibraltar nach Afrika.

Lesenswert sind die Berichte aus Salem und bei NABU und die Reisetagebücher der Sender-Störche:

Störche und Affen in Salem
Störche bei Wikipedia
Störche bei NABU
Störche auf Reisen (mit Landkarte und Tagebüchern)

(4. Dezember 2014)

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Zustand des Waldes in Hessen

In den vergangenen Wochen stellte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz zwei Berichte der Öffentlichkeit vor, die die Wälder in Hessen betreffen: Mitte Oktober die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur und Ende November den Waldzustandsbericht 2014.

Fichtenwald und Rote Fingerhüte
Fichten im Spessart, im Vordergrund Rote Fingerhüte
(Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Vieles ist im Vergleich zu früheren Jahren gleich geblieben, manches hat sich verbessert, einiges aber verschlechtert.

Sulfat: Beeindruckend ist der Rückgang des Sulfateintrags in die Natur um 85 % im Vergleich zu 1985. Sulfat, das mit dem Regen in die Erde gelangt, versauert als Schwefelsäure den Boden. Man sprach damals vom 'sauren Regen'.

Rauchgasentschwefelung bei Kohlekraftwerken und anderen Großfeuerungsanlagen und die Einführung von schwefelarmem Benzin haben wesentlich zu dieser Verbesserung beigetragen.

Stickstoffoxide: Ein großes Problem für den Wald ist immer noch der Eintrag von Stickstoffoxiden in die Natur. Quellen sind vor allem der Straßenverkehr, Flugzeuge und die Verwendung von künstlichen Düngern in der Landwirtschaft.

Die Folgen des Stickstoffeintrags in die Wälder sieht man an der Verschlechterung des Kronenzustands der Waldbäume. Bei Buchen haben sich die Baumkronen gegenüber 2013 um 7 % ausgedünnt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert daher ein deutschlandweites (besser noch: europaweites) Stickstoffreduktionsprogramm.

Landstraße im Wald
Umgehungsstraße im Oberurseler Stadtwald (Bild:
Ekkehard Beyer qu031)

Fichten und Kiefern: Ein weiteres Problem ist der Rückgang von Nadelbäumen in den hessischen Wäldern.

Erfreulich ist, dass sich die Wälder zu Mischwäldern entwickeln und Fichten-Monokulturen weniger werden. Bedenklich ist aber, dass der Wald nur noch zu 41 % aus Nadelbäumen besteht.

Wir nutzen das Holz von Kiefern und Fichten als Rohstoff. In Deutschland wird er ökologisch nachhaltig produziert. Wenn die einheimischen Wälder diesen Bedarf nicht mehr decken können, wird andernorts in der Welt Wald abgeholzt und über viele Tausend Kilometer hierher transportiert. Das will keiner.

Lesenswert sind der reich bebilderte Waldzustandsbericht und die Pressemitteilungen des SDW Hessen:

Hessischer Waldzustandsbericht 2014  (15247 kbyte)
Pressemitteilung des SDW Hessen zur Bundeswaldinventur 2014  (106 kbyte)
Pressemitteilung des SDW Hessen zum Waldzustandsbericht 2014  (101 kbyte)

(30. November 2014)

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Einladung zur Heideaktion am 8. November

Bei der Heideaktion am Samstag (8. November) wollen wir auf Teilflächen der Stierstädter Heide junge Kiefern und junge Birken entfernen.

Birken und Brombeeren zwischen Heidekraut mit Hacken gegen Kiefern und Birken
Links: man sieht, wie Birken und Brombeeren versuchen, das Heidekraut zu verdrängen. - Rechts: mit Hacken gegen Brombeeren, Kiefern und Birken (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Helfen Sie mit, das größte noch existierende Heidegebiet südlich des Taunuskamms zu erhalten. Zwischen 9:30 und 16:00 Uhr sind wir da. Man muss nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Zwei Stunden leichte körperliche Arbeit an der frischen Luft sind gut für die Gesundheit und gut für die Heide, ihre Käfer, ihre Schmetterlinge und ihre Fledermäuse. (10. Oktober 2014)

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Internationale Fledermausnacht

Die Nacht vom 30. zum 31. August ist in diesem Jahr die Internationale Fledermausnacht. An vielen Orten in Europa bieten Naturschutzgruppen an diesem Wochenende abendliche Veranstaltungen an, bei denen man Fledermäuse in der Natur beobachten kann.

Die spät liegenden hessischen Schul-Sommerferien bringen es mit sich, dass in diesem Jahr weniger Abendspaziergänge mit Fledermaus-Detektoren angeboten werden. Zwei Termine findet man in der linken Spalte.

Fliegende Bechsteinfledermäuse Bechsteinfledermaus
Links: Bechsteinfledermäuse suchen Insekten nah an den Bäumen (Bild: Dietmar Nill qu134) - Rechts: eine weibliche Bechsteinfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu033)

Ende August ist in Mitteleuropa die Zahl der abends und nachts jagenden Fledermäuse besonders groß. Die Jungtiere, die in der ersten Junihälfte geboren wurden, sind nun selbständig. Sie können schon seit ein paar Wochen fliegen und haben das Jagen gelernt, wohnten aber bisher noch bei ihren Müttern.

Die schwierigste Zeit in der Entwicklung der jungen Fledermäuse sind die Nächte Ende Juli oder Anfang August, in denen sie zum ersten Mal allein auf Jagd gehen. Nicht allen Jungtieren gelingt es, diese Hürde in ihrer Entwicklung zu nehmen. Bei Fransenfledermäusen und Wimperfledermäusen begleiten die Mütter ihre Jungen beim ersten Ausflug. Junge Abendsegler dagegen müssen das Jagen ganz allein lernen.

Kleine Bartfledermaus in Hand Großes Mausohr
Links: eine Kleine Bartfledermaus, mit zusammengelegten Flügeln sind die Tiere winzig (Bild: Markus Nolf qu001) - Rechts: ein altes Großes Mausohr (Bild: Manuel Werner qu010)

Es dauert einige Nächte, bis die Jungen des Großen Abendseglers erfolgreich jagen. Man hat Jungtiere systematisch beim Ausflug und bei der Rückkehr ins Quartier gefangen, gewogen und wieder frei gelassen. In den ersten drei Nächten kamen die Jungtiere leichter zurück, sie hatten also nichts oder nur sehr wenig gefangen. Erst in der vierten oder fünften Nacht kamen sie 2 g schwerer zurück, sie hatten also erfolgreich gejagt.

Wenn man bedenkt, dass bei den meisten einheimischen Fledermausarten die Weibchen nur einmal im Jahr ein Junges bekommen, von denen nicht alle die ersten drei Monate überleben, versteht man, warum diese Tiere unter besonderen Schutz gestellt wurden, um sie vor dem Aussterben zu bewahren.

Wochenstube von Braunen Langohren Europäische Zwergfledermaus
Links: Wochenstube von Braunen Langohren in einem Vogelnistkasten, man sieht unten noch das Vogelnest (Bild: Thomas Knepel qu033) - Rechts: Europäische Zwergfledermaus (Bild: Manuel Werner qu013)

In Deutschland wurden in den letzten Jahren 24 Fledermausarten beobachtet. 12 davon kann man im Taunus, im Vortaunusgebiet und in der Wetterau antreffen, natürlich nicht alle am selben Ort:

Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)
Europäische Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Europäische Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Europäische Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)
Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Graues Langohr (Plecotus austriacus)

Diese 12 Fledermausarten sind einigermaßen ortstreu. Sie verbringen den Winter in der Gegend, in der sie auch im Sommer leben. Von den ziehenden Fledermäusen, die ähnlich wie Zugvögel den Winter weiter südlich verbringen, sind es vor allem zwei Arten, die im August oder Anfang September im Taunus und in der Wetterau auf der Durchreise angetroffen werden können:

Europäische Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Europäische Zweifarbfledermaus Europäische Fransenfledermaus Links: Europäische Zweifarbfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu033) - Rechts: Europäische Fransenfledermaus (Bild: Armin Kübelbeck qu133)

Die Veranstaltungen zur Internationalen Fledermausnacht lenken den Blick auf eine artenreiche, höchst gefährdete Gruppe von Tieren, die im biologischen Gleichgewicht der Natur eine wichtige Rolle spielen. Unsere einheimischen Fledermäuse setzen nachts fort, was die Singvögel am Tag tun: sie befreien uns von unzähligen Insekten. (23. August 2014)

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Bilder vom Tag der offenen Tür

Unser diesjähriger Tag der offenen Tür begann am Nachmittag des 12. Juli mit trockenem Wetter, während es nur wenige Kilometer entfernt in Friedrichsdorf und Bad Homburg stark regnete. Trotz Fußballweltmeisterschaft war die Veranstaltung gut besucht. Auffallend waren die vielen Kinder unter den Besuchern.

Wald an der Stierstädter Heide die gefällten Bäume werden zerlegt
Links: Eingang zum SDW-Gelände. - Rechts: ein ehemaliger Zaun sieht seiner neuen Aufgabe als abendiches Feuer entgegen (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

die gefällten Bäume werden zerlegt Wald an der Stierstädter Heide
Auch Tiere fühlen sich auf dem SDW-Gelände wohl. Rechts die Insektenhotels (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Wald an der Stierstädter Heide die gefällten Bäume werden zerlegt
Links: die kleine Ausstellung informiert über die Arbeit der Oberurseler SDW-Gruppe. - Rechts: an der gut organisierten Theke (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Wald an der Stierstädter Heide die gefällten Bäume werden zerlegt
Links: das beliebte Kistenklettern, die zehnte Kiste wird hoch gereicht. - Rechts: eigentlich braucht man zum Klettern keine Kisten (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Häcksler im Betrieb Ehemaliger Baumstumpf
Kinder brauchen beim Kontakt mit der Natur kein Programm. Links: Entdeckungen im Farn. - Rechts: im Hintergrund sieht man eine Kindergruppe, die sich im Wald beschäftigt (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Eine Anmerkung des Redakteurs: Ich habe es nicht geschafft, alle hier abgebildeten Menschen zu fragen, ob sie mit der Veröffentlichung ihres Bildes einverstanden sind. Wenn jemand nicht will, dass sein Bild in der hier gezeigten Weise erscheint, genügt ein Email an die im Impressum angegebenene Adresse. Das Bild wird dann so schnell wie möglich entfernt. (15. Juli 2014)

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Einladung zum Tag der Offenen Tür

der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Waldjugend Oberursel am

Samstag (12. Juli 2014)

von 15:00 bis 20:00 Uhr auf dem SDW-Gelände im Maasgrund in Oberursel (Wegbeschreibung)  (137 kbyte)

Vogelnester Hütte der Waldjugend Oberursel
Vogelnest-Ausstellung - Die Hütte der Waldjugend (Bilder: Ekkehard Beyer qu032)

Kinderprogramm ab 15:00 Uhr
Waldführung ab 16:00 Uhr
Fledermaus- und Vogelführung ab 17:00 Uhr
Abendliches Feuer ab 19:00 Uhr

Eine kleine Ausstellung informiert über unsere Naturschutz-Projekte. Für Essen und Trinken ist gesorgt. (15. Juni 2014)

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Grünspecht - Vogel des Jahres 2014

Grünspechte leben in halboffenen Landschaften mit alten Bäumen. Man findet sie an Waldrändern, in Feldgehölzen, auf Streuobstwiesen, in Parks und in großen Gärten mit nicht zu jungen Bäumen. Grünspechte bevorzugen Laubbäume, in Nadelwäldern trifft man sie fast nie an.

Grünspecht
Wie die meisten Spechte stützt sich der Grünspecht
(Picus viridis) mit seinem Schwanz am Baum ab (Bild:
Hans-Jörg Hellwig qu111)

Es sind diese halboffenen Landschaften mit alten Bäumen, die in den letzten Jahrzehnten weniger geworden sind. Streuobstwiesen schützen heißt, den Lebensraum von Grünspechten schützen. In einer Niederstamm-Obstplantage findet man keine Grünspechte.

Die Wahl des Grünspechts zum Vogel des Jahres 2014 soll auf diesen Zusammenhang zwischen Artenschutz und Biotopschutz hinweisen. Es ist oft die wirkungsvollste Methode, Arten vor dem Verschwinden zu bewahren, wenn man ihren Lebensraum schützt.

Die Lieblingspeise der Grünspechte sind Ameisen. Bald nach Sonnenaufgang früh am Morgen suchen sie am Boden nach Essbarem und stochern mit ihrem Schnabel in der Erde herum. Sie verschmähen auch andere Insekten und Spinnen nicht.

Grünspechte übernehmen gern leerstehende Baumhöhlen, die andere Spechte gebaut haben. Nur wenn sie keine fertige Nisthöhle finden, bauen sie selbst eine. Dabei arbeiten sie am liebsten in weichem Holz, oft erweitern sie Faulhöhlen.

Eine ausführliche und reich bebilderte Beschreibung des Lebens der Grünspechte findet man in dem Bericht "Ein echter Europäer, der gut lachen hat". (27. März 2014)

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Windenergie im Hochtaunuskreis (2)

Der Regionalverband Frankfurt Rhein Main hat am 11. März 2014 in einer Informationsveranstaltung in Bad Homburg die vorgesehenen Vorrangflächen für Windenergie im Hochtaunuskreis, Rosbach und Karben vorgestellt.

Karte Weilrod Karte Grävenwiesbach Karte Wehrheim
Links: Weilrod - Mitte: Grävenwiesbach - Rechts: Wehrheim (Bilder: Ekkehard Beyer nach Daten von OpenStreetMap qu067)

Die grünen Linien in den Kartenausschnitten sind Gemeindegrenzen. Die kleinen rot umrandeten Gebiete sind die vorgesehenen Vorrangflächen für Windenergie. Fast alle diese Flächen liegen im Wald.

Karte Neu-Anspach Karte Friedrichsdorf
Links: Neu-Anspach - Rechts: Friedrichsdorf, Rosbach und Karben (Bilder: Ekkehard Beyer nach Daten von OpenStreetMap qu067)

Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbandes Frankfurt Rhein Main, betonte während der Veranstaltung, dass es sich zunächst nur um einen Vorentwurf handelt. Bis zum 25. April 2014 kann jeder und jede dazu Stellung nehmen. (15. März 2014)

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Bilder von der Heideaktion am 8. März

Liegt es am Wetter oder am Klima? Bei Temperaturen über 15 °C, Sonnenschein und blauem Himmel kamen wir heute mit unseren Arbeiten auf der Stierstädter Heide gut voran. Bei der Heideaktion vor einem Jahr am 16. März 2013 schien auch die Sonne, aber der Boden war gefroren und es lag Schnee.

Äste vor blauem Himmel
Der Himmel über der Stierstädter Heide am 8. März 2014 um 11:15 Uhr (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Der Wald am westlichen Rand der Heide versucht immer wieder, sich auf die Heide auszudehnen. Um diese Entwicklung zu stoppen, haben wir einige Bäume am Rand der Heide entfernt. Die Stämme - in Stücke geschnitten - werden als Brennholz dienen und so einige Kubikmeter Erdgas einsparen.

Wald an der Stierstädter Heide die gefällten Bäume werden zerlegt
Links: der an die Heide angrenzende Wald. - Rechts: einige Bäume am Rand der Heide wurden gefällt und zerlegt, übrig bleiben die Baumstümpfe (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Die Zweige sind kein Abfall. Sie werden an Ort und Stelle gehäckselt und auf diese Weise der Natur sofort zurückgegeben. Auch ungehäckselt würden Pilze die liegen gelassenen Zweige im Lauf von Jahren zersetzen, wie sie es mit Baumstümpfen machen. Gehäckselt geht es schneller.

Häcksler im Betrieb Ehemaliger Baumstumpf
Links: die Zweige werden gehäckselt. - Rechts: das war einmal ein Baumstumpf (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Unserer nächste Heideaktion ist im September. (8. März 2014)

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Windenergie im Hochtaunuskreis

Der Regionalverband Frankfurt Rhein Main lädt ein zu einer Informationsveranstaltung. Es geht um die Vorrangflächen für Windenergie im Hochtaunuskreis.

Alpenfledermaus tot vor Windrad
Tote Alpenfledermaus (Hypsugo savii) vor
Windrädern (Bild: Ana Jančar qu063)

Birgit Simon (Erste Beigeordnete des Regionalverbandes) stellt den Teilplan Erneuerbare Energie vor. Die Veranstaltung findet statt am

Dienstag (11. März), 18:00 Uhr

im Forum im Innenhof des Landratsamts in Bad Homburg, Ludwig-Erhard-Anlage. Anschließend ist Zeit für Fragen und Gespräche.

Es ist bekannt, dass Windräder an ungeeigneten Standorten eine tödliche Gefahr für Fledermäuse sind. Hinter den Rotorblättern entstehen durch Verwirbelungen der Luft starke Druckschwankungen.

Diese Druckschwankungen zerstören die Lungen der Fledermäuse. Daneben sind direkte Kollisionen für den Tod von Fledermäusen verantwortlich.

Selbstverständlich sind Windräder eine gute Sache. Man sollte aber Windräder nicht mitten im Wald oder zu nah an Waldrändern oder bekannten Flugwegen von Fledermäusen bauen. Eurobats empfiehlt in seinem Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen bei Windenergieprojekten einen Abstand von 200 m zum Wald.

Sinnvoll ist es auch, die Betreiber von Windrädern zu verpflichten, die Windräder am Anfang und am Ende der Nacht für 1 bis 2 Stunden abzuschalten. In dieser sowieso windarmen Zeit sind die Fledermäuse am aktivsten. In dieser Zeit pendeln sie auch zwischen dem nächtlichen Jagdgebiet und dem Tagesschlafplatz.

Berichte und Stellungnahmen zu dem Spannungsfeld Fledermäuse und Windräder findet man auf unserer Seite Fledermäuse. (7. März 2014)

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Naturschutzpreis des Hochtaunuskreises

Vier Gruppen sind in diesem Jahr mit dem Naturschutzpreis des Hochtaunuskreises ausgezeichnet worden:

Wichtelland - Verein für Naturpädagogik
Bienen-Arbeitsgemeinschaft der Integrierten Gesamtschule Stierstadt
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel und Waldjugend
Amphibienteam Hochtaunus

Das Amphibienteam Hochtaunus kümmert sich um die Amphibienleiteinrichtungen an der Straße zwischen Oberreiffenberg und Schmitten. Der Schutzzaun wurde repariert. Einige tausend Molche, Frösche und Kröten wurden vor dem Überfahren-werden durch Autos gerettet.

Die Mitglieder der Bienen-Arbeitsgemeinschaft in Stierstadt pflegen den Schulgarten, den sie selbst angelegt haben, bauen Insektenhotels, betätigen sich als Imker, verkaufen den selbst geernteten Honig und informieren über Bienen und Imkerei.

Wichtelland ist seit 15 Jahren in Wehrheim aktiv. Der Verein ist Träger eines Waldkindergartens. In Pfaffenwiesbach betreuen Mitglieder des Vereins einen Walderlebnispfad.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel und die Waldjugend sind vor allem ausgezeichnet worden für die Betreuung der über 1800 Nistkästen, den Fledermausschutz im Hochtaunuskreis und die langjährige zahlenmäßige Erfassung und Dokumentation der Höhlen bewohnenen Tiere des Oberurseler Stadtwaldes.

Beseitigung von Birkenjungwuchs Schafe auf der Stierstädter Heide
Links: in Handarbeit werden einjährige Birken und Kiefern auf der Stierstädter Heide entfernt. - Rechts: auch Schafe haben schon bei der Pflege der Stierstädter Heide mitgeholfen (Bilder: Thomas Knepel qu033)

Die Kontrolle der Fledermaus-Winterquartiere haben wir heute abgeschlossen. Die Sommerkontrollen der Nistkästen finden im Juli und im August statt. Dann sind die Vögel mit dem Brüten fertig, aber die jungen Fledermäuse sind zu dieser Zeit noch nicht selbständig. Unser nächster Naturschutzeinsatz ist die

Heideaktion am Samstag (8. März, ab 9:30 Uhr)

Zwischen 9:30 und 16:00 Uhr beseitigen wir auf der Stierstädter Heide in Oberursel einjährige Birken- und Kiefernkeimlinge. Bei dieser Heideaktion kann jeder und jede mitmachen. Man muss nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Ein bis zwei Stunden leichte körperliche Arbeit an der frischen Luft helfen, dass die Heide nicht wieder zuwächst. (22. Februar 2014)

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Jahresbericht 2013 der SDW Oberursel

Die farbige Version des Jahresberichts 2013  (4086 kbyte) der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel ist erschienen.

Titelbild Jahresbericht 2013 der SDW Oberursel
(Bild: SDW Oberursel qu064)

Auf 39 Seiten beschreibt der Bericht mit 41 größtenteils farbigen Abbildungen und 9 Tabellen die Naturschutzprojekte der SDW Oberursel:

Nistkästen als künstliche Höhlen
Höhlenbrütende Vögel, Säugetiere und Insekten
Fledermäuse
Stierstädter Heide
Streuobstwiesen und Hecken

Besonders ausführlich wird informiert über die Wald bewohnenden Fledermäuse im Hochtaunuskreis, die Entwicklung ihres Bestandes und Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Auf drei Karten ist dokumentiert, wie sich die Stierstädter Heide seit 1994 durch gezielte Pflegemaßnahmen erholt hat.

Der Jahresbericht beschreibt die Naturschutzarbeiten und die Erfassung biorelevanter Daten im Hochtaunuskreis. Berichte über weitere Aktivitäten der SDW Oberursel im Jahr 2013 findet man in unserem Archiv.

Den Jahresbericht kann man sich ausdrucken oder am Bildschirm lesen. (10. Februar 2014)

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Fledermäuse im Winter

An vier Samstagen im Januar und Februar kontrollieren wir wie jedes Jahr die rund 40 bekannten Fledermaus-Winterquartiere im Hochtaunuskreis. Dazu gehören ehemalige Bergwerks- oder Wassergewinnungsstollen und die Burg Königstein.

Kontrolle - das bedeutet: Absuchen von Decke und Wände des Quartiers nach Fledermäusen, Bestimmung der Fledermausart, Markierung des Hangplatzes und Protollieren des Fundes. Die Ergebnisse werden jedes Jahr im Jahresbericht veröffentlicht.

Bechsteinfledermaus im Winterschlaf Höhlenkreuzspinne
Links: Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) im Winterschlaf, gut zu erkennen an den breiten Ohren, im Sommer die häufigste Fledermausart in den Wäldern bei Oberursel. - Rechts: Höhlenkreuzspinne (Meta menardi), von links oben bis zur Spinne zieht sich ein Spinnenfaden (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Wenn wir ein Jahr später wieder in denselben Stollen gehen, sehen wir an den gesetzten Markierungen, wo im vorigen Winter Fledermäuse hingen. Theoretisch könnte ein Stollen von einer einzelnen Person nach Fledermäusen durchsucht werden.

Praktisch sehen aber sechs Augen mehr als zwei. Die Fledermäuse sind klein, haben alle einen graubraunen bis braunen Rücken und bewegen sich nicht. Man kann leicht ein Tier übersehen.

Suche nach Fledermäusen im Stollen Großes Mausohr im Winterschlaf
Links: Wände und Decke des Stollens werden mit Taschenlampen nach Fledermäusen abgesucht. - Rechts: Großes Mausohr (Myotis myotis) im Winterschlaf, im Winter die häufigste Fledermausart in den von uns kontrollierten Winterquartieren des Hochtaunuskreises (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Gelegentlich sehen wir auch andere Tiere in den Stollen. Heute zeigte sich unübersehbar eine Höhlenkreuzspinne. Im Sommer bauen diese Spinnen Netze in der Nähe des Eingangs von Höhlen, im Winter ziehen sie sich weiter ins Innere zurück.

Höhlenkreuzspinnen fangen kleine fliegende Insekten (Mücken), gelegentlich auch Asseln. Das Angebot an Nahrung ist knapp. So kommt es, dass diese Spinnen mindestens zwei, manchmal vier Jahre brauchen, bis sie ausgewachsen sind.

Langohr im Winterschlaf SDW Arbeitsgruppe vor dem Stolleneingang
Links: Ein schlafendes Braunes oder Graues Langohr (Plecotus auritus oder Plecotus austriacus), der Zipfel, der unten rechts herausragt, ist nur der Ohrdeckel, das lange Ohr ist unter den zusammen gelegten Flügeln verborgen. Links neben der Fledermaus ein relativ großes Insekt. - Rechts: nach zwei Stunden Arbeit im Stollen wieder im Freien (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Bei manchen Fledermäusen lässt sich im Winter die Art nicht genau bestimmen. Braune und Graue Langohren zum Beispiel sind sich sehr ähnlich. Hinzu kommt, dass einjährige Exemplare der Grauen Langohren braunes Fell haben.

Man müsste sie in die Hand nehmen und den Kopf genauer untersuchen, um sie der einen oder der anderen Art zuzuordnen. Aber das tun wir natürlich nicht. Die Tiere würden beginnen, ihre Körpertemperatur zu erhöhen, um das Aufwachen einzuleiten (mehr zum Winterschlaf).

Bisher haben wir in diesem Januar weniger Fledermäuse in den Winterquartieren gefunden als vor einem Jahr. Vor allem bei den kleineren Fledermausarten fällt es auf. Wahrscheinlich sind noch nicht alle Tiere im Winterschlaf, bisher hatten wir ja kaum Frost, und die Fledermäuse finden noch Insekten. (25. Januar 2014)

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Traubeneiche - Baum des Jahres 2014

Nach den Buchen sind Eichen die verbreitesten Laubbäume in unseren Wäldern, sie kommen meistens in Mischwäldern vor. Reine Eichenwälder sind selten geworden. Von den über 500 Arten der Gattung Eichen sind es zwei, auf die wir in Deutschland häufig treffen: Traubeneichen (Quercus petraea) und Stieleichen (Quercus robur).

frei stehende Traubeneiche
Traubeneiche (Quercus petraea) (Bild: Nikanos qu103)

Traubeneichen fallen durch ihre knorrigen Äste und ihre mächtige Krone auf.

Sie lieben die Wärme und haben durch ihre natürliche Verbreitung in eher trockenen Gebieten gute Chancen im Klimawandel.

Sie sind heute schon nach den Rotbuchen in Mitteleuropa der forstwirtschaftlich wichtigste Laubbaum.

Das Holz der Traubeneichen wurde früher für den Schiffsbau verwendet. Es ist sehr hart und kann Jahrhunderte überdauern.

Für eine mittelgroße Fregatte (ein Segelschiff, das als Kriegsschiff verwendet wurde) fällte man 1200 Bäume. Das erklärt, warum im 17. und 18. Jahrhundert in England viele Eichenwälder verschwunden sind.

Hochwertige Fachwerkhäuser wurden früher mit Eichenholz gebaut. Auch heute wird das Holz der Traubeneiche im Hausbau verwendet: für Treppen, Fußböden und für moderne tragende Holzkonstruktionen. Aus Traubeneichenholz werden Möbel und Weinfässer hergestellt.

Die Früchte der Traubeneiche (die Eicheln) wachsen in Trauben, die kurzen Stiele sieht man kaum. Bei der nah verwandten Stieleiche hängen die Eicheln einzeln an langen Stielen.

Früchte der Stieleiche Früchte der Traubeneiche
Links: Früchte der Stieleiche (Quercus robur) (Bild: Nikanos qu105). - Rechts: Früchte der Traubeneiche (Quercus petraea) (Bild: Nikanos qu104)

Stieleichen können 1000 Jahre und älter werden. Traubeneichen werden bis zu 800 Jahre alt. Dabei können sie eine Höhe von 40 m und einen Stammdurchmesser von 2 m erreichen.

Alte Eichenwälder haben eine große Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt. 180 Arten von Großschmetterlingen (beziehungsweise ihre Raupen) und 900 Käferarten kommen an Eichen vor. Die bekanntesten Tiere, die auf alte Eichen angewiesen sind, sind die Hirschkäfer. (19. Januar 2014)

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aktualisiert am 11. Mai 2016
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